Unterirdische Container

Bonnorange lagert Hausmüll bald unter der Erde

Sichtlich überzeugt ist Bonnorange-Vorständin Kornelia Hülter (Mitte) von dem System der Unterflurcontainer. Zusammen mit Planerin Christiane Schmücke, Stephan Schmitz, einem Vertreter der Celsius-Wohnanlage und Fahrer Sven Behrendt (l.) stellt sie die ersten unterirdischen Müllcontainer Bonns vor.

Sichtlich überzeugt ist Bonnorange-Vorständin Kornelia Hülter (Mitte) von dem System der Unterflurcontainer. Zusammen mit Planerin Christiane Schmücke, Stephan Schmitz, einem Vertreter der Celsius-Wohnanlage und Fahrer Sven Behrendt (l.) stellt sie die ersten unterirdischen Müllcontainer Bonns vor.

Bonn. Bonnorange nimmt auf dem Brüser Berg erste Unterflurcontainer in Betrieb. Anstatt oben einen unschönen Anblick zu liefern, verschwindet der Müll dort künftig unter der Erde.

Viele Probleme, die das Aufstellen von Mülltonnen und Containern mit sich bringt, scheinen auf einen Schlag beseitigt, wenn die Müllentsorgung unter die Erde gebracht wird. Am Mittwoch stellte Bonnorange-Chefin Kornelia Hülter die erste Unterflurcontainer-Anlage in der Celsiusstraße auf dem Brüser Berg vor. Vier edelstahlglänzende Türme ersetzen an dem kurz vor seiner Fertigstellung stehenden Seniorenwohnkomplex „Celsius“ die meist unansehnlichen Kunststoffcontainer. Wie durch die bisherige Mülltrennung bekannt, sind auch die Einwurfschächte für die unterschiedlichen Müllarten schwarz, blau, gelb und grün markiert.

Wo zuvor der Deckel eines Containers zur Seite geschoben werden musste, öffnet sich nun per Schlüssel eine Edelstahllade, in die man seinen Müll ablegt, bevor sie nach sanftem Schließen den Abfall in die unsichtbar darunter befindlichen Behälter befördert. Alles leise und geruchlos. Die ersten Bonner Unterflurcontainer auf dem Brüser Berg fassen mit ihren in die Erde eingelassenen Behältern bis zu fünf Kubikmeter Müll und ersetzen damit auf etwa vier Quadratmetern rund zwanzig Hausmülltonnen à 240 Liter. Zudem ist die Anlage barrierefrei und bequem zu bedienen. Selbst die Kosten sollen laut Hülter darstellbar sein.

Teurere Behälter, aber weniger Kosten

Die von der Planerin Christiane Schmücke und Stephan Schmitz, einem Vertreter des Bauherrn der Wohnanlage, zusammen mit Bonnorange vorgestellte Anlage koste rund 20.000 Euro. Davon gehen etwa die Hälfte der Kosten zu Lasten des Bauherrn, der für die bauliche Vorbereitung sorgt, in die bonnorange dann zu nahezu den gleichen Kosten die Müllbehälter installiert. Damit erhält sich das Prinzip, dass der Bauherr den Platz und bonnorange die Behälter zur Verfügung stellt. Neben dem Platzgewinn für die Wohnanlage auch für bonnorange ein mehrfacher Vorteil, weil sich der Sammelrhythmus aufgrund der höheren Müllmenge halbiert und keine drei Personen mehr auf dem Fahrzeug notwendig sind, sondern der Fahrer alleine die bereits für die bisherigen Glascontainer vorhandene Mechanik bedienen kann.

„Der Behälter ist zwar teurer, dafür sparen wir jedoch Logistik-, Personal und Reinigungskosten“, so die bonnorange-Chefin. Acht konkrete Bauvorhaben sollen nach Kenntnis von Bonnorange bereits mit Unterflurcontainern ausgestattet werden. Weitere 20 befänden sich in Planung. „Wenn das erst mal Schule macht“, so Hülter, „dann rappelts“. In Bonn gebe es 600 Standorte mit Gebäuden, in denen mindestens 30 Personen lebten. Hinzu kämen etwa 300 Glas- und Papiercontainer, die durch das neue System ausgetauscht werden könnten. „Bei Neubauten ist das gar kein Problem und sollte auch gemacht werden“, so Hülter, nur im Bestand sei es oft durch Kanäle und Versorgungsleitungen schwierig, in die Tiefe zu gehen.