Spenden für Verein „Kinderherzen“

Bonnerin hilft herzkranken Kindern

Nicht verwandt und doch vertraut: Elisabeth Laagland und die achtjährige Jana schlossen bei gemeinsamen Fotoaufnahmen für eine Werbebroschüre Freundschaft.

Nicht verwandt und doch vertraut: Elisabeth Laagland und die achtjährige Jana schlossen bei gemeinsamen Fotoaufnahmen für eine Werbebroschüre Freundschaft.

Bonn. Eine Seniorin aus Bonn und ein herzkrankes Mädchen werben gemeinsam um Spenden für den Verein „Kinderherzen“. Zusammen standen sie bei den Fotoaufnahmen für die Broschüre vor der Kamera.

Wenn Elisabeth Laagland von der kleinen Jana redet, hebt sich ihre Stimme. Fröhlich erzählt die 68-Jährige von ihren gemeinsamen Stunden mit der Achtjährigen, und fast könnte man aus den Schilderungen Laaglands schließen, dass es sich bei den beiden um ein sehr vertrautes Oma-Enkelin-Gespann handelt. Doch die Seniorin und das Mädchen sind nicht verwandt – ihre enge Bindung entstand aufgrund eines medizinischen Problems: Jana hat einen Herzfehler, und Laagland will ihr und anderen Kindern mit derselben Krankheit helfen. Deshalb standen beide bei Fotoaufnahmen für den Verein „Kinderherzen“ vor der Kamera.

Die Fotos von dem Mädchen und der Seniorin zieren jetzt die neue Erbschaftsbroschüre des Vereins. Mit der Broschüre möchte „Kinderherzen“ ältere Menschen finden, die den ausschließlich aus Spendengeldern finanzierten Verein in ihr Testament aufnehmen. Im Gegenzug kümmert sich „Kinderherzen“ nach dem Tod der Spender um die Pflege und Nachsorge von deren Gräbern.

Laagland ist stolz auf ihre Fotos mit Jana. „Ich habe sofort bei der Verteilung der Broschüren geholfen“, sagt sie. An das Fotoshooting erinnert sie sich gerne. „Vor ein paar Monaten wurde ich durch eine Anzeige im General-Anzeiger darauf aufmerksam und war froh, als ich nach meiner Vorstellung die Zusage für das Fotoshooting bekommen habe.“ Die Bilder entstanden dann wenige Wochen später im Zentrum für Kinderheilkunde an der Adenauerallee.

Beim Fotoshooting angefreundet

„Bei dem rund zwei Stunden dauernden Termin hat mich Jana mit ihrer Lebensfreude beeindruckt“, erzählt Laagland. „Wir alberten herum, unterhielten uns über Pferde und unsere Lieblingsfarben.“ Ihre Begegnung mit dem kranken Mädchen, das wegen seiner Krankheit schon mehrere Male operiert werden musste, habe Spuren bei ihr hinterlassen, so die 68-jährige Bad Godesbergerin.

„Ich habe mich danach gefragt, was Jana ausmacht“, sagt sie. „Es war ganz klar ihr Lebenswille, ihre Zutraulichkeit und Freude. Nicht wie bei übersättigten Wohlstandskindern, die sich über nichts mehr so richtig freuen können, weil sie alles besitzen.“ Laagland ist selbst Mutter, arbeitete lange als Gutachterin für hochbegabte Kinder und promovierte zu dem Thema. Dass sich Jana und ihre Foto-Partnerin gut verstanden, merkte auch Jens Hirschfeld von „Kinderherzen“. „Sie kannten sich vorher keine Sekunde und zeigten trotzdem keine Scheu bei den Aufnahmen“, sagt Hirschfeld. „Uns war wichtig, dass die Fotos authentisch sind. So haben alle bei uns auf den Bildern abgebildeten Kinder wirklich einen Herzfehler, und wir kennen sie persönlich.“ Eingekaufte Symbolbilder kämen gar nicht infrage, so Hirschfeld. Er und seine Mitarbeiter erstellten die Broschüre mit Hilfe zahlreicher Rechtsanwälte, Erbrechtsexperten und Ärzten und einem befreundeten Fotografen.

Erhältlich ist der kostenlose Ratgeber etwa bei der Lebenshilfe, in einigen Rathäusern und beim Verein selbst. Bestellt werden kann er unter 02 28/422800 oder auf www.kinderherzen.de.