Aktion startet an diesem Sonntag

Bonner suchen das Sternbild des Löwen

Ende März liegt das Sternbild Löwe (grauer Kreis) im Südosten des Nachthimmels, rechts unterhalb des bekannten Großen Wagens. Anhand vorgefertigter Karten sollen die Bürger angeben, wie hell sie den „Löwen“ sehen.

Ende März liegt das Sternbild Löwe (grauer Kreis) im Südosten des Nachthimmels, rechts unterhalb des bekannten Großen Wagens. Anhand vorgefertigter Karten sollen die Bürger angeben, wie hell sie den „Löwen“ sehen.

Bonn. Was vom Nachthimmel noch über dem Rhein und Bonn zu sehen ist, soll nun im Zuge eines Bürgerwissenschaftsprojekts von diesem Sonntag bis Samstag, 6. April, erkundet werden. Als mondfreie Phase eignet sich genau dieser Zeitraum für das Vorhaben.

Wer in der Nähe einer Stadt oder mittendrin wohnt, für den gehört es nicht mehr zur Alltagserfahrung, die Milchstraße mit bloßem Auge zu sehen. Die Ursache dafür: Lichtsmog, der von Straßen-, Fassaden- und anderen künstlichen Beleuchtungen herrührt. Was vom Nachthimmel noch über dem Rhein und Bonn zu sehen ist, soll nun im Zuge eines Bürgerwissenschaftsprojekts von diesem Sonntag bis Samstag, 6. April, erkundet werden. Die Aktion, an der alle Bonner teilnehmen können, findet mit Blick auf das Wissenschaftsfestival „Highlights der Physik“ (16. bis 21. September in Bonn) statt.

Als Kooperationspartner steht den Festival-Machern (Deutsche Physikalische Gesellschaft, Uni Bonn und Bundesforschungsministerium) die Bonner Volkssternwarte mit dem Vorsitzenden Peter Matthias Oden zur Seite. Der sagt: „Mit Hilfe des Projekts wollen wir für Bonn möglichst genau, am besten auf einzelne Straßen runtergebrochen, sagen können, wie es hier um den Lichtsmog bestellt ist.“

Der Löwe besteht aus neun Sternen

Die Aufgabe der Projektteilnehmer besteht darin, das Sternbild des Löwen zu beobachten. Es befindet sich abends im März/April im Süden etwa auf halber Höhe (etwa 45 Grad nach oben schauen) und ist gut erkennbar. Der Löwe besteht in seiner Grundstruktur aus neun Sternen der Helligkeitsstufen 2 bis 4. Je heller der Stern, desto niedriger seine „Größenklasse“; die 1 bezeichnet die hellsten. In dunklen Regionen fernab der Stadt kann man Sterne bis hinab zur Größenklasse 6 erkennen. In einer hell erleuchteten City ist vielleicht schon bei der Größenklasse 2 oder 3 Schluss, sodass selbst die Hauptsterne des Löwen nicht vollständig sichtbar sind.

So machen die Bonner mit beim Bürgerwissenschaftsprojekt: Beim Blick in den Nachthimmel vergleichen die Teilnehmer die sichtbaren Sterne mit den verschiedenen Sternkarten, die sie auf der – in Englisch gehaltenen – Internetseite https://globeatnight.org/webapp finden. Die Sternkarten zeigen immer den Löwen, mal allerdings nur mit den hellsten Sternen, mal auch mit den dunkleren. Die Teilnehmer sollen angeben, welche der „Himmels-Versionen“ am ehesten dem entspricht, was sie sehen; daraus errechnet ein Programm das Ausmaß der Lichtverschmutzung am Beobachtungsort.

Beobachten werden in Sternkarte vermerkt

Auf der Website tragen die Teilnehmer zunächst Ort, Datum und die für ihre Beobachtung „passende“ Sternkarte ein. Auch kann angegeben werden, ob benachbarte Straßenlaternen oder Wolken die Sicht gestört haben. Bevor die Teilnehmer ihre Ergebnisse absenden, sollten sie ein Bildschirmfoto machen und es mailen an: nachthimmel@highlights-physik.de. Damit kommt jeder in die Verlosung für drei mal zwei Karten für die Eröffnungsshow der „Highlights der Physik“ am 16. September im Telekom Dome mit Ranga Yogeshwar. Dort werden auch die Ergebnisse der Messung vorgestellt. (hier geht's zur Anleitung)

Auch wer lieber fotografiert als Sterne zählt, kann an der Verlosung teilnehmen. Wer mag, kann spektakuläre Lichtquellen fotografieren und ebenfalls bis zum 6. April an die genannte Mailadresse senden. Oder die Teilnehmer posten ihre Beiträge mit den Hashtags #nachthimmelbonn und #hdp19 sowie unter Angabe des Namens, der genannt werden soll: @HighlightsDerPhysik bei Facebook oder @highlightphysik bei Twitter und Instagram.