Tuff kommt unter die Jesusfigur

Bonner retten Steine des abgerissenen Immerather Doms

Noch sind Jesusfigur und Tuffsteine nicht ausgestellt. Nach Karneval sollen die Teile mit ehrenamtlicher Hilfe hinter der Kirche St. Franziskus zusammengeführt werden.

Noch sind Jesusfigur und Tuffsteine nicht ausgestellt. Nach Karneval sollen die Teile mit ehrenamtlicher Hilfe hinter der Kirche St. Franziskus zusammengeführt werden.

Bonn. Das Gertrudis-Team der Gertrudiskapelle hat Steine des abgerissenen Immerather Doms in Erkelenz gerettet. Sie sollen jetzt den Unterbau für die Jesusfigur bilden.

Nun bekommt die gerettete Jesusfigur aus dem Immerather Dom einen passenden Untergrund hinter der Sankt-Franziskus-Kirche in der Altstadt. Dafür hat das Gertrudis-Team der Gertrudiskapelle im Frauenmuseum gesorgt. Teammitglied und Altstädter Curt Delander hat mit dem Abrissunternehmen gesprochen. Er hat sechs aus Tuff bestehende Steine vor Ort ausgesucht und abgeholt. Wie berichtet, hatten der Travestiekünstler Delander und seine Helfer im Dezember zunächst die Christusstatue aus der Kirche geborgen, bevor der Sakralbau im Januar trotz lautstarker Proteste mit Baggern abgerissen wurde. Aus dem darunter befindlichen Erdreich auf dem Areal Garzweiler II will das Energieunternehmen RWE Braunkohle im Tagebau fördern.

Der weitere Plan sieht nun folgendermaßen aus: Der Bonner Kunstschmied Andreas König hat sich bereit erklärt, die aus drei Teilen bestehende Figur kostenlos zusammenzusetzen. Die Arme werden am Korpus mit Winkeln befestigt. Das Beueler Bauunternehmen Quenel und die Organisation Campanile neben der Kirche, in der junge Katholiken zusammengeschlossen sind, wollen die Figur auf einen selbstgebauten Sockel aus den Tuffsteinen stellen.

Wunsch nach weiterer Prüfung

Das Loch zur Befestigung ist schon hinter der Franziskuskirche ausgehoben. „Nach Karneval wird das in Angriff genommen“, sagt Delander. Er freut sich, dass an der Adolfstraße auf diese Art ein Gedächtnis an die St.-Lambertus-Kirche erhalten bleibt. Die Kirche erlangte wegen ihrer beiden Türme unter dem Namen Immerather Dom Bekanntheit.

Delander und Mitstreiterin Renate Vollmar wünschen sich darüber hinaus, dass die Münster-Gemeinde noch einmal prüft, ob nicht weitere Tuffsteine vom Abriss so gut erhalten seien, dass man sie für die Sanierung des Münsters verwenden könnte. „Meiner Meinung nach waren noch einige gute Tuffsteine darunter. Ich hätte mehr mitnehmen können, wenn wir mehr gebraucht hätten“, so Delander. Für die Fassadensanierung des Münsters werden neue Steine eingesetzt. Münster-Sprecher Reinhard Sentis hatte dem GA berichtet, man habe den Einbau alter „Dom“-Steine erwogen. Tuffstein sei aber ein weiches Material und überlebe einen Abriss in der Regel nicht unbeschadet.