Glücksatlas für Deutschland

Bonner bei Zufriedenheit auf Spitzenplatz

Blick auf die rechtsrheinische Rheinaue (vorne) und den Bonner Bogen.

Blick auf die rechtsrheinische Rheinaue (vorne) und den Bonner Bogen.

11.10.2018 Düsseldorf/Bonn. Zufrieden mit Job und Einkommen, bestens aufgehoben in der Wohnung und obendrein gesund - viele Bonner und Kölner schauen mit einem breiten Grinsen in die Zukunft.

Rheinländer im Köln-Bonner Raum zählen zu den glücklichsten Menschen Deutschlands - deutlich vor den Düsseldorfern und noch weiter vor den Westfalen. Das ist das Ergebnis des „Glücksatlasses“, den der Sozialökonom Bernd Raffelhüschen alljährlich im Auftrag der Deutschen Post herausgibt. Zu der am Donnerstag veröffentlichten Studie wurden mehr als 5000 Menschen nach ihrer Lebenszufriedenheit befragt und zusätzlich offizielle Statistikdaten ausgewertet.

Demnach bewerten die Kölner die Gesamtzufriedenheit mit ihrem Leben mit 7,24 Punkten auf einer Skala von 1 bis 10. Das ist deutlich mehr als im Bundesschnitt (7,05) und erneut mehr als im Vorjahr - für die Domstädter geht es seit 2013 Jahr für Jahr nach oben. Aktuell haben Kölner, Aachener und Bonner im bundesweiten Vergleich damit bereits den fünften Platz erreicht. Am glücklichsten sind laut dem Atlas die Menschen in Schleswig-Holstein (7,44) vor Hamburg und Hessen, am unglücklichsten sind sie in Sachsen-Anhalt (6,88) und Brandenburg (6,84).

Ein wichtiger Grund für den Aufstieg der Kölner ist nach den Ergebnissen offenbar ihre gute Gesundheit. Beim Einkommen und der Arbeitslosenquote rangiert die Region dagegen unter dem Bundesschnitt. Welche Rolle das Kölsch, der Dom und der 1. FC Köln spielen, wurde in der Studie nicht erfasst.

Bei der Arbeitsmarktlage stehen die Düsseldorfer und NRW-ler am Nordrhein mit durchschnittlich 8,5 Prozent Arbeitslosenquote laut der Studie noch schlechter da als ihre Kölner Nachbarn. Entsprechend mies ist bei vielen Nordrheinern die Stimmung. Die Region erreicht trotz insgesamt guter Haushaltseinkommen nur einen Schnitt von 7,16 Zufriedenheitspunkten - Platz 12 bundesweit. Das Freizeitangebot sei als „verbesserungsfähig“ eingeschätzt worden, fanden die Juroren obendrein.

Schlusslicht in ganz Westdeutschland ist bei der Zufriedenheit der Bürger Westfalen, das in der Einteilung der Studie auch Teile des Ruhrgebiets umfasst. Mit 7,13 Punkten liegt die Region laut der Studie auf Platz 13 - trotz überdurchschnittlicher Haushaltseinkommen und günstiger Wohnkosten. Die „regionale Attraktivität“ sei gering, heißt es in der Studie pauschal - auch wenn viele Westfalen das anders sehen dürften. Negativ wirken sich die vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote und die große Zahl prekär Beschäftigter aus. (dpa)