Verstorbene Politikerin

Bonner Weggefährten trauern um Bärbel Richter

Trat mit 19 Jahren in die SPD ein: Bärbel Richter.

Trat mit 19 Jahren in die SPD ein: Bärbel Richter.

BONN. Nach dem plötzlichen Tod der Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion ist die Trauer groß. Vielen Weggefährten wird Bärbel Richter in Bonn nicht nur als politische Mitstreiterin fehlen.

Auch am Montag meldeten sich viele Weggefährten von Bärbel Richter aus Politik und Gesellschaft zu Wort, um ihr Beileid zum plötzlichen Tod der Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion zu bekunden. Richter war am Samstagmorgen in ihrem Haus in Bad Godesberg gestorben. Die Nachricht hatte große Bestürzung bei vielen Bonnern ausgelöst - die meisten von ihnen kannten Richter lange und gut.

Grünen-Ratsfraktionssprecher Brigitta Poppe-Reiners und Hardy Lohmeyer kondolierten der Witwe, Bad Godesbergs Vize-Bezirksbürgermeisterin Hillevi Burmester. In ihrem gemeinsamen Nachruf heißt es: "Bärbel Richter war für uns eine engagierte Streiterin für eine gute Zukunft unserer Stadt. Im persönlichen Gespräch haben wir sie als eine Frau der ruhigen und nachdenklichen Worte erlebt, die immer bereit war, wieder Brücken zu schlagen und die politische Arbeit bei einem gemeinsamen Kölsch nachzuarbeiten. Bärbel Richter wird uns fehlen, in der Stadt, im Rat, als Mensch."

Ein fairer und liebenswürdiger Mensch

NRW-Minister Joachim Stamp (FDP), langjähriger Stadtratskollege von Richter, zeigte sich entsetzt, dass die SPD-Politikerin - gerade erst 60 geworden - "so mitten aus dem Leben gerissen wurde". Richter sei nicht nur eine engagierte Demokratin, sondern bei aller politischer Kontroverse immer fair und ein liebenswürdiger Mensch gewesen.

Traurig kommentierte auch Linksfraktionschef Michael Faber den Tod der Sozialdemokratin. "Ich kann mir die Bonner Kommunalpolitik ohne Bärbel Richter gar nicht vorstellen. Politisch fanden wir in ihr häufig eine Mitstreiterin. Persönlich verliere ich eine Freundin, deren ansteckendes Lachen, deren großes Herz und deren politische Leidenschaft ich jetzt schon sehr vermisse."

Mit Betroffenheit haben die Bürger für Beethoven auf die Nachricht vom Tod ihres Mitglieds reagiert. Vorsitzender Stephan Eisel würdigte den Einsatz der Fraktionschefin und Kulturpolitikerin für Ludwig van Beethoven in seiner Geburtsstadt Bonn: "Bärbel Richter war persönlich und als engagierte Kommunalpolitikerin eine verlässliche Partnerin, wenn es um Beethoven ging. So hat sie immer klar für das Festspielhaus Stellung bezogen, als andere im Rat schwankten, sich nicht festlegen wollten oder gar dagegen waren." Eisel bezeichnete die aus Weimar stammende SPD-Politikerin, die im Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung gearbeitet hat, als "echte Bürgerin für Beethoven".