Fünf Mal pro Woche ins Fitnessstudio

Bonner U-Bahnfahrer ist Bodybuilding-Weltmeister

Bonn. Dirk Fischer ist Bodybuilder und trainiert fast täglich im Fitnessstudio. Die größte Auszeichnung gab es für ihn vor ein paar Wochen: Anfang Juni wurde er in Warschau zum Bodybuilding-Weltmeister in der Klasse „Over 50".

Ganz zufrieden ist Dirk Fischer nicht. „Ich habe wieder viel Wasser im Körper“, sagt der 50-Jährige und blickt dabei auf seinen beachtlichen Bizeps. Der Laie erkennt nur Muskeln, kein Gramm Fett und vor allem kein Wasser.

Der Bonner, der in der Weststadt lebt, definiert seinen Körper mit Gewichten seit seinem 18. Lebensjahr. Das macht er mit einer solchen Disziplin, dass er in der Vergangenheit für seinen muskelbepackten Körper schon etliche Preise einheimsen konnte.

Die größte Auszeichnung gab es für Dirk Fischer aber erst vor ein paar Wochen: Anfang Juni wurde er in Warschau zum Bodybuilding-Weltmeister in der Klasse „Over 50“. Eine Auszeichnung, die ihn sehr stolz macht. „Das ist schon etwas ganz Besonderes, vor allem ist es der Lohn für eine intensive Vorbereitung“, erzählt er.

In Warschau habe er sich mit seinen Muskelpaketen auf einer Bühne präsentiert, berichtet er. Dafür wurde er zuvor mit einer braunen Paste eingecremt, damit seine Muskeln und auch die Sehnen besser zur Geltung kommen. „Dann habe ich der Jury durch verschiedene Figuren meine Muskelgruppen präsentiert“, so Fischer. Wenn er davon erzählt, klingt es, als sei es das Normalste auf der Welt. „Ich muss schon zugeben, dass es mir sehr wichtig ist, meinen Körper zu stählen“, sagt er lachend. Etliche Pokale habe er zu Hause stehen. Elf Mal wurde er unter anderem Westdeutscher Meister. Hilfsmittel würde er zum Muskelaufbau nicht verwenden, nur regelmäßig und vor allem hart trainieren.

Dieses Video entstammt einer Kooperation zwischen GA und WDR.

Mindestens fünf Mal pro Woche ins Fitnessstudio

Schon frühmorgens stehe er auf und gehe mindestens fünf Mal pro Woche ins Fitnessstudio „FitX“ in Duisdorf. Zu Wettkampfzeiten ist er jeden Tag dort. Ein Trainer begutachtet vor Wettkämpfen seinen Trainingsfortschritt. „Vor Wettkämpfen baue ich mir auch mehr Ausdauertraining ein und halte mich an einen sehr strengen Ernährungsplan“, sagt er. Viel trinken sei auch wichtig, am Tag zwischen vier und fünf Litern, im Sommer bei warmen Temperaturen noch mehr.

 

Weil er aber schon seit Jahrzehnten trainiert und auch bei Wettbewerben teilnimmt, ist die Zeit der Entbehrung für ihn nicht so schlimm. Seine Freundin ist auch Bodybuilderin, so dass sie sich gegenseitig motivieren könnten. Während des Trainings hört der Bonner Musik, damit er sich konzentrieren kann.

Wer nun denkt, dass er sich mit Rammstein und Hardrock motiviert, liegt falsch. „Ich höre einen 80er- und 90er-Jahre-Stream, das ist meine Musik“, erzählt er. Helene Fischer hört er auch hin und wieder. „Atemlos“ ist er dabei allerdings höchstens nach dem Training. Früher habe er Kniebeugen mit Gewichten gemacht. „Das waren dann so rund 230 Kilogramm. Das mache ich jetzt aber nicht mehr“, sagt er und schmunzelt.

Straßen- und U-Bahnfahrer bei den Stadtwerken Bonn

Bei der Beinpresse stemmt er aber noch immer Gewichte von mehr als 580 Kilogramm. „Nach dem Wettbewerb habe ich es etwas ruhiger angehen lassen und mir auch mal etwas gegönnt“, sagt der 50-Jährige und streicht sich dabei über seinen Bauch. Er lege nun auch Trainings-Ruhetage ein.

Im Hauptberuf ist Dirk Fischer übrigens Straßen- und U-Bahnfahrer bei den Stadtwerken Bonn. Im Fahrerhäuschen ist der muskelbepackte Mann, der ausgebildeter KFZ-Mechaniker ist, natürlich ein Hingucker. „Einige Fahrgäste winken mir oder zeigen mit dem Daumen nach oben“, erzählt er.

Bis zum nächsten Wettkampf möchte er sich nun etwas Zeit lassen. „Im Frühjahr oder Herbst 2020 möchte ich wieder einen Wettkampf machen“, so 50-Jährige.