Gleisarbeiten zwischen Weber- und Königstraße

Bonner Talweg ist zwei Wochen lang dicht

Bonn. Auf dem Bonner Talweg finden derzeit Gleisarbeiten statt. Das bedeutet: Kein Auto kommt durch. Gearbeitet wird auch auf der Hausdorffstraße, wo der Kanal erneuert wird.

Bis zum Ende der Sommerferien ist der Bonner Talweg zwischen Weber- und Königstraße gesperrt. Die Stadtwerke Bonn (SWB) erneuern dort bis 25. August den Asphalt rund um die Straßenbahngleise. „Aber wir bessern nur aus“, sagt Unternehmenssprecherin Veronika John. Um die Gleise und die Straße komplett zu erneuern, müsse man wissen, wie es mit dem Bonner Talweg in Zukunft weitergeht. Die Stadt will ihn komplett umgestalten – bisher gab es allerdings nur Vorschläge und keine festen Pläne.

Dort, wo die Bauarbeiter mit Fräse und Vorschlaghammer ansetzen, bröckelt die Fahrbahn. Unter den Gleisen bilden sich Hohlräume. „Die Straße war hier ein einziger Flickenteppich, deswegen kommt eine neue Deckschicht drauf“, erklärt ein Bauarbeiter. Doch vorher werden die Löcher mit heißem Asphalt verfüllt und anschließend festgepresst.

Der Lärm, der dabei entsteht, ist ohrenbetäubend – aber unumgänglich. Das weiß auch Metzger Niklas Kofelenz, der sein Geschäft direkt an der Baustelle und nun weniger Kundschaft hat. „Wenn die Tür zu ist, kann man's aushalten“, sagt er. Das bedeute aber auch, kein Fenster zum Lüften öffnen zu können. Eine Kundin stimmt ihm zu: Es sei nervig, aber die Straße und Gleise müssten nun einmal instand gesetzt werden. „Sonst beschwert man sich nachher wieder, wenn die Bahnen sich verspäten, weil irgendetwas an der Strecke defekt ist“, sagt sie.

Kritischer sind die Stimmen, wenn man auf den langfristigen Umbau des Bonner Talwegs zu sprechen kommt. „Was da bisher vorgeschlagen wurde, ist Kokolores“, so Kofelenz. Der Wegfall von Parkflächen sei Gift für die Geschäftsleute. Alleine deshalb, weil der Lieferverkehr nicht mehr halten könne, ohne Gleise zu blockieren. Die wollen die Stadtwerke verbreitern, um künftig größere Wagen fahren lassen zu können.

Im Februar wurden vier Umbauvarianten präsentiert. Eine sieht einen 1,60 Meter breiten Streifen für Radfahrer, das Wegfallen des Parkens in zweiter Reihe und eine Kompensation mit mehr Kurzzeitparkplätzen vor. Bei Variante 2 entfiele das Parken auf der Ostseite, dafür erhielten die Gehwege drei Meter Breite. Im dritten Vorschlag schrumpft die Fahrbahnbreite auf 6,50 Meter, was breite Gehwege mit Parkstreifen möglich macht.

Doch Radler würden direkt vor den Bahnen und Autos fahren, eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre nötig. Vierte Möglichkeit: Gehen und Parken auf einem je 5,25 Meter breiten Bereich. Wie es nun weitergeht, steht noch nicht fest. „Die Verwaltung wird in einer der kommenden Sitzungen die politischen Gremien zum Sachstand Bonner Talweg informieren“, heißt es vom Presseamt.

Auch die Kanalarbeiten in der Hausdorffstraße enden am 25. August. Dort hat das Tiefbauamt mit dem sogenannten Liner-Verfahren Abwasserrohre saniert. „Dabei wurde in den alten Kanal eine Art Glasfaservlies gezogen, das unter UV-Licht aushärtet. Es entsteht ein neues Rohr im alten“, erklärt Amtsleiter Peter Esch.

Vorteil: Die Straße muss nicht komplett aufgerissen, sondern nur Zugangspunkte gesetzt werden. Für die Sanierungen investiere die Stadt jährlich rund 20 Millionen Euro. „In den vergangenen fünf Jahren haben wir dadurch viel erreicht, die Bonner Kanalisation war sehr marode.“