Oberbürgermeister in der Uni

Bonner Studenten nehmen Sridharan in die Mangel

Im Zentrum des Interesses: Stadtoberhaupt Ashok Sridharan stellte sich den Fragen der Studenten.

Im Zentrum des Interesses: Stadtoberhaupt Ashok Sridharan stellte sich den Fragen der Studenten.

BONN. Oberbürgermeister Ashok Sridharan hat sich am Mittwochabend auf der zweiten Etage der Mensa Nassestraße den Fragen des Bonner Studierendenparlaments gestellt. Diese beschäftigt neben fehlendem Wohnraum auch andere lokale Themen.

Willkommen zurück, könnte man sagen. Bis 1992 hat Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan im Juridicum der Bonner Universität Jura studiert, dann ging es ins Referendariat. Das liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Am Mittwochabend stellte er sich auf der zweiten Etage der Mensa Nassestraße, wo es zuvor noch Chicken Nuggets mit Apfel-Zitronendip gegeben hatte, den Fragen des Studierendenparlaments.

Es waren einige Themen, die den jungen Parlamentariern unter den Nägeln brannten. Wie im Gremium bei Gästen üblich, hatten die Fraktionen ihre Fragen dem OB vorab zukommen lassen. Die betrafen beispielsweise die schwierige Wohnungssuche. „Ich bin eine der wenigen Glücklichen, die für 210 Euro in der Südstadt ein Zimmer bekommen haben“, sagte eine von ihnen.

Preiswerter Wohnraum in Zentrumsnähe sei insgesamt Mangelware. Warum nun am Erzbergerufer ein Hotel entstehen solle statt Studentenwohnungen, und wie die Pläne der Stadt beim Wohnungsbau in der Ermekeilkaserne aussähen, wollten die Studenten wissen.

Preiswerter Wohnraum in ehemaliger Poliklink

Sridharan erklärte, dass die Stadt Bauanträge für derzeit 800 günstige Wohnungen genehmigt habe, unter anderem sei preiswerter Wohnraum in der ehemaligen Poliklinik in der Wilhelmstraße geplant. „Das sind Wohnungen, auch für Studenten“, so Sridharan. Nicht jede Lage sei aber für eine solche Nutzung geeignet. „Die Flächen in der Südstadt gehören zu den teuersten im Stadtgebiet.“ Der Kauf müsse sich für Investoren lohnen.

Mindestens bis ins Jahr 2020 habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einen Bedarf in der Ermekeilkaserne angemeldet, so Sridharan. Danach könnte die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht gegenüber der Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Gebrauch machen. Wie Andrea Schulte aus dem städtischen Presseamt sagte, sei eine Entscheidung, ob die Stadt dieses nutzt, noch nicht gefallen: „Der Planungsprozess wird fortgeführt, wenn es mehr Klarheit über die Perspektiven der Immobilie gibt.“

Radschnellweg soll kommen

Was eine Wohnungsvermittlungsstelle für Studenten angeht, zeigte sich der OB skeptisch. In Köln habe eine solche Schnittstelle mit zwei Mitarbeitern 80 Wohnungen vermitteln können. „Das erscheint mir nicht überzeugend“, so Sridharan. Sinnvoller erscheine ihm eine Verbesserung über die Plattform „Zimmer frei“, an der sich unter anderem Stadt und Uni beteiligen. „Organisiert das für uns und werdet aktiv“, sagte der OB.

Ein weiterer Punkt, der zur Sprache kam, ist die Mobilität und in diesem Zusammenhang vor allem der Ausbau des Fahrradnetzes. Offenbar scheint Sridharan guter Dinge zu sein, dass der Ausbau eines Radwegs von Bornheim nach Bonn kommen wird: „Diesen Radschnellweg wird es demnächst geben. Es gibt genügend Argumente, um dieses Projekt an der Start zu bringen.“

Finanzielle Unterstützung für Projekt Kinderstern

Wenig begeistert zeigten sich die Studenten vom Zustand einiger Straßen wie beispielsweise der Meckenheimer Allee mit ihren Schlaglöchern. Für diese Sanierungen existiert ein Zeitplan. Einigen Studenten ist es zu eng auf den Straßen zwischen den Autofahrern. Sie regten eine bessere und klarere Kennzeichnung an.

In Aussicht stellte der OB eine finanzielle Unterstützung für das Projekt Kinderstern des Allgemeinem Studierendenausschusses (AStA), dem Verein La Familiär, der Universität und dem Studierendenwerk. An dem Betreuungsangebot von Kindern unter drei Jahren für studierende Eltern beteiligt sich die Stadt derzeit nicht. „Ich denke, wir sollten darüber nachdenken, Kinderstern zu unterstützen“, sagte Sridharan mit Blick auf den städtischen Doppelhaushalt 2018/19.