Debatte um Diesel-Fahrverbote

Bonner Stickoxid-Wert steigt gegen den Trend

Auf der Reuterstraße könnte demnächst ein Fahrverbot gelten.

Der Verkehr staut sich auf der Reuterstraße.

17.06.2019 Düsseldorf/Bonn. Immer noch wird in 25 NRW-Städten der EU-Grenzwert für das lungenschädliche Stickoxid nicht eingehalten - darunter auch Bonn. Die Zahlen könnten die Debatte um Diesel-Fahrverbote wieder anheizen.

In 57 deutschen Städten ist die Luft im vergangenen Jahr zu stark mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) belastet gewesen. Das waren acht Städte weniger als im Vorjahr, wie eine Auswertung des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt. Der Trend gehe in die richtige Richtung, aber die bisherigen Maßnahmen für saubere Luft reichten nicht aus, teilte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Montag mit.  In den meisten Städten sanken die Werte, in einigen wenigen stiegen sie. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Es brauche eine schnelle Nachrüstung älterer Dieselautos mit wirksamen Katalysatoren, um den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überall einzuhalten, so Krautzberger.

An der Bonner Messstation, die an der Reuterstraße liegt, stieg der Stickoxid-Wert gegen  den bundesweiten Trend an: Lag der Jahresmittelwert 2017 bei 48 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, wurden vergangenes Jahr 50 Mikrogramm erreicht. In Köln, wo die Messstation am Clevischen Ring steht, sank der Jahresmittelwert im selben Zeitraum von 62 auf 59 Mikrogramm.

Überhöhte NO2-Werte sind der Grund für Fahrverbote für ältere Diesel in Stuttgart, Hamburg und Darmstadt. Andere Städte – etwa Berlin – könnten folgen. NO2 in Städten stammt zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen. Die höchste Belastung hatte im Jahr 2018 Stuttgart mit 71 Mikrogramm vor Darmstadt mit 67 und München mit 66 Mikrogramm.

Im Mittel lagen die Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen rund 1,5 Mikrogramm niedriger als 2017. In 13 Städten, die damals noch über dem Grenzwert lagen, wurde er jetzt einhalten. Dafür rutschten aber fünf zurück in den problematischen Bereich, wie das UBA mitteilte: Leipzig, Ulm, Koblenz, Eschweiler und Sindelfingen. Wie im Vorjahr lag die Belastung in 15 Städten über 50 Mikrogramm. Sie gelten als „Intensivstädte“, für die es besondere Hilfen gibt. Dortmund und Berlin sind neu dabei, Backnang und Bochum liegen nun unter der Marke bei 49 und 48 Mikrogramm.⋌ (dpa, )