Juni bis August Bonner Sommer war zweitheißester der Geschichte

Bonn. Die Sonne schien von Juni bis August insgesamt 786 Stunden – ein neuer Rekord. Dennoch gab es einen Sommer, der noch heißer war.

Der Sommer 2018 war zu warm. Das stellt der ehemalige Chefstatistiker der Stadt Bonn, Klaus Kosack, anhand seiner Aufzeichnungen und den Daten des meteorologischen Institutes der Uni Bonn fest. Seit 1895 sind die Bonner Sommer um 0,9 Grad Celsius wärmer geworden. Doch der der Rekord aus dem Jahr 1947 wurde nicht geknackt.

Das Temperaturmittel in Bonn lag im gesamten Sommer 2018 bei 21,4 Grad Celsius (2017: 20,1 Grad Celsius). Es war damit gegenüber dem langjährigen Mittel um 3,5 Grad zu warm und schaffte damit den zweiten Platz unter allen Sommern seit 1895. Nur zwei der Sommer (2000 und 2004) in den vergangenen zwanzig Jahren lagen unter dem langjährigen Mittel. Alle Jahreszeiten 2018 lagen bislang über dem langjährigen Mittel. In diesem Jahr waren nur der Februar und März zu kühl. Ein stabiles Hoch konnte sich den ganzen Sommer nicht bilden. Der wärmste Sommer bleibt nach wie vor der des Jahres 1947. Damit hat der Sommer 2018 den Sommer vor 71 Jahren nur um 0,3 Grad Celsius verfehlt. Der kühlste Sommer liegt auch schon 62 Jahre zurück (1956).

Höchsttemperatur lag bei 39,1 Grad

Die höchste Temperatur des Jahres wurde am 7. August mit 39,1 Grad Celsius gemessen. Der kühlste Sommertag war der 26. August mit 8,1 Grad Celsius. Insgesamt wurden 27 (2017: 13) heiße Tage (Maximum über 30 Grad Celsius) und 62 (2017: 46) Sommertage (Maximum über 25 Grad Celsius) registriert. Im vorigen Sommer wurden maximal 38,1 Grad im Juni und minimal 9,8 Grad Celsius im Juli gemessen. Noch ein Rekord: Noch nie wurden in den vergangenen 123 Jahren so viele Sommer- und Tropentage beobachtet. Zudem mussten die Bonner in sechs Tropennächten (wärmer als 20 Grad Celsius) auch noch nachts schwitzen. 2017 gab es die gleiche Anzahl an Tropennächten.

Im Sommer 2018 war nur der Juni zu nass, insgesamt fielen 145 Liter Regen pro Quadratmeter – normal wären in Bonn 225 Liter. Spitzenreiter war der Juni, wo im ganzen Monat 94 Liter je Quadratmeter gemessen wurden. Zugleich landete dieser Sommer damit auf Platz 146 der 170-jährigen Bonner Niederschlagshistorie. Der nasseste Sommer war bislang der Sommer 2007 mit 434 Litern je Quadratmeter, gefolgt vom Sommer 2014. An 32 Tagen regnete es, darunter waren drei Starkregentage. Am 1. Juni traf es die Bonner besonders hart: An diesem Tag wurden 28 Liter (ein Fünftel des Sommerregens) gemessen. Der Sommer 2017 war wesentlich nasser: 295 Liter Niederschlag fielen in 48 Tagen.

Das im Sommer übliche Soll an Sonnenschein von 583 Stunden wurde in Bonn diesmal um 203 Stunden überboten (786 Stunden, 135 Prozent). Ein neuer Sommersonnenrekord. 2017 schien die Sonne 200 Stunden weniger. Am längsten schien sie im Juli mit 320 Stunden.

Sehr warmer und trockener August 2018

Trotz des Kälteeinbruchs in den letzten Tagen war der August viel zu warm: Mit 21,7 Grad Celsius blieb er um 2,9 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Das ist Platz zwei seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der August 2017 war 2,3 Grad Celsius kühler. Insgesamt gab es elf Tropentage, 21 Sommertage und drei Tropennächte. Und der August war sehr trocken: An 11 Tagen fielen nur 29 Liter pro Quadratmeter, das sind nur 44 Prozent eines normalen Augusts. Dafür schien die Sonne reichlich: Insgesamt 256 Stunden, das sind 64 Stunden länger als normal.

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