Bürgerentscheid zum Schwimmbad

Bonner SPD stellt sich gegen Wasserland-Projekt

Das Kurfürstenbad wollen die Genossen abreißen und durch einen Neubau ersetzen.

Das Kurfürstenbad wollen die Genossen abreißen und durch einen Neubau ersetzen.

Bonn. Die Bonner Sozialdemokraten stellen sich gegen das Wasserland-Projekt und schlagen ein Alternativkonzept vor. Die Bäder in Bad Godesberg und der Bonner Altstadt sollen erhalten werden.

Die SPD ruft die Bonner auf, beim Bürgerentscheid gegen das Wasserland-Projekt zu stimmen. Das vom Rat beschlossene Schwimmbad in Dottendorf sei für Schüler sowie ältere und weniger mobile Menschen schwer zu erreichen, erklärte der Kreisverbandsvorsitzende Gabriel Kunze am Montag. Darum unterstütze die Partei den Kampf der Bürgerinitiativen um das Franken- und das Kurfürstenbad. „Schwimmhallen gehören zur Daseinsvorsorge, und wir wollen eine dezentrale Lösung in den Stadtbezirken“, so Kunze.

Der SPD-Vorstand schlägt ein Alternativkonzept zum Wasserland-Beschluss vor. Das Frankenbad soll als Schul- und Sportbad denkmalgerecht saniert werden. Das Kurfürstenbad wollen die Genossen abreißen und durch einen Neubau ersetzen.

Der Godesberger Standort soll nach dieser Idee Schul- und Vereinsschwimmen ermöglichen, aber auch Funktionen eines Gesundheits- und Wellnessbades erfüllen. Neben der bereits beschlossenen Ertüchtigung des Hardtbergbades fordert die SPD eine „hochwertige“ Sanierung der Beueler Bütt, die derzeit wegen Reparaturbedarfs geschlossen ist.

Wasserland-Neubau soll rund 60 Millionen Euro kosten

Die Stadtverwaltung beziffert die Kosten für eine Sanierung der beiden alten Bäder auf zusammen rund 35 Millionen Euro – einschließlich Anbau für Sauna und Schulschwimmen in Godesberg. Der Wasserland-Neubau soll rund 60 Millionen Euro kosten – errichtet und betrieben durch die Stadtwerke. Da diese dabei erhebliche Steuervorteile heben wollen, liegt die jährliche Belastung für den städtischen Haushalt laut Stadtverwaltung deutlich niedriger als in der Sanierungsvariante (2,89 Millionen im Vergleich zu 3,94 Millionen Euro).

„Mit 60 Millionen Euro könnte man die beiden Bäder in den Stadtbezirken als hochwertige Bäder neu gestalten, die allen Ansprüchen genügen“, betonte Gabi Mayer, sportpolitische Sprecherin der SPD. Dieses Geld ist in der städtischen Haushaltsplanung allerdings nicht vorgesehen. Die Lösung aus Sicht der Genossen: Die Stadtwerke sollen mit ihrer Bad GmbH nicht nur Träger des Wasserland-Projektes, sondern aller Bonner Bäder werden und die Baumaßnahmen finanzieren.

Der Bürgerentscheid wird am 4. August ausgezählt. Die SPD will in den nächsten Wochen aktiv für ihre Position werben. Die Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP präsentiert ihre Argumente für das Wasserland im Internet unter www.bonn-bewegt-sich.de.