Beschluss im Stadtrat

Bonner Radverleihsystem soll im Sommer kommen

Räder der DB Call a Bike stehen in einer Berliner Abholstation für ihre Kunden in Berlin.

Räder der DB Call a Bike stehen in einer Berliner Abholstation für ihre Kunden in Berlin.

Bonn. Im kommenden Sommer soll Bonn nach langer Anlaufzeit endlich ein Radverleihsystem bekommen. Auch private Anbieter können sich jetzt um Aufbau und Betrieb bewerben.

Fest steht: In Bonn soll zum nächsten Sommer ein Fahrradverleihsystem an den Start gehen. Anders als ursprünglich geplant, sollen sich jetzt aber auch private Anbieter um das Verleihsystem bewerben können. Diesen Änderungsvorschlag beschloss der Rat am Donnerstag mit Mehrheit gegen Linke und Bürger Bund Bonn.

Die Stadtwerke Bonn (SWB), die ursprünglich zuständig für Aufbau und Betrieb eines Radverleihsystems sein sollten, sollen nun alle erforderlichen Schritte in die Wege leiten, damit die Ausschreibung zeitnah erfolgen kann. Zudem beauftragte der Rat die Verwaltung, sie solle nach erfolgter Ausschreibung ein geeignetes Modell zur Erstattung möglicherweise entstehender Verluste vorlegen, die über die derzeit im Haushalt bereitgestellten Mittel in Höhe von 400 000 Euro hinausgingen.

Die Ausschreibung soll so formuliert werden, „dass sie auch für die Modelle der neu auf dem Markt tätigen Anbieter attraktiv ist“, so die Verwaltung in ihrer Vorlage. Für diese Öffnung habe sich auch die Arbeitsgruppe „Bonner Fahrradmietsystem“ ausgesprochen, der Mitarbeiter der Stadt Bonn und der Stadtwerke angehören. Es sei wirtschaftlicher und praktikabler.

Bedingungen an Anbieter

Hintergrund ist, dass jederzeit private Anbieter in der Stadt Räder zum Verleihen aufstellen können. Nach bisheriger Rechtsprechung muss die Stadt dies nicht extra genehmigen. Attraktiver sei aber für private Anbieter die Einrichtung eines öffentlichen Fahrradverleihs unter dem Dach der SWB, weil dann mögliche Verluste ausgeglichen werden könnten.

Nach wie vor sollen folgende vom Rat beschlossenen Kriterien bestehen bleiben: Dazu zählt, dass VRS-Kunden Freiminuten eingeräumt bekommen und mindestens 900 Räder an 100 Stationen betrieben werden müssen.

Holger Schmidt (Linke) brachte dagegen die Sorge seiner Fraktion zum Ausdruck, dass mit der Öffnung der Ausschreibung für private Anbieter am Ende unter anderem das Kriterium der von den Bezirksvertretungen bereits ausgewählten festen Stationen aufgeweicht und die Räder viele Meter davon entfernt aufgestellt werden könnten. Zudem könnten private Anbieter möglicherweise aus Kostenaufgründen auf stationäre Bestellterminals verzichten und lediglich auf Handyapps setzen. „Das würde eine ganze Reihe von Nutzern ausschließen“, ist Schmidt überzeugt.