Nach Schüssen und Messerangriff

Bonner Polizei kontrolliert stark am Hauptbahnhof

Die Polizei leitete nach Schüssen in der Nähe des Hofgartens eine Fahndung nach dem Täter ein.

Die Polizei leitete nach Schüssen in der Nähe des Hofgartens eine Fahndung nach dem Täter ein.

Bonn. Die Polizei fahndet weiter nach dem Unbekannten, der am Sonntag am Bonner Hofgarten mit einer Schreckschusspistole gefeuert hatte. Ganz in der Nähe hatte es kurz zuvor einen Messerangriff gegeben. Die Polizei kontrolliert rund um den Hauptbahnhof.

Der Mann, der am Sonntagnachmittag in der Nähe des Kaiserplatzes Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgegeben haben soll, ist auch am Montagabend weiter flüchtig. Die Polizei erhöht ihre Präsenz rund um den Bonner Hauptbahnhof deutlich - auch wegen einer anderen Straftat, die sich nur etwa eine Stunde zuvor einige Hundert Meter entfernt ereignet hat. Dabei wurde ein 17-Jähriger bei einem Raubüberfall auf der Rückseite des Bahnhofs mit einem Messer leicht verletzt.

Gegen 17.15 Uhr waren am Sonntag in einer Seitenstraße nahe der Kreuzkirche offenbar mit einer Schreckschusspistole mehrere Schüsse abgefeuert worden. Verletzt wurde niemand. Dem Vernehmen nach war ein Streit in der Drogenszene Auslöser für die Tat, die Polizei geht ersten Hinweisen nach.

Unter Anwohnern der umliegenden Straßen sind Pöbeleien, Drogenhandel und Kleinkriminalität immer wieder Thema – umso öfter, seit die Drogenszene mit dem Bonner Loch einen zentralen Treffpunkt verloren hat. Bei Kontrollen der Polizei Mitte April wurden im Hofgarten drei mutmaßliche Drogenhändler festgenommen. Zugleich bleibt die Behörde bei ihrer Zusicherung, ihr Interventions- und Präsenzkonzept für die Innenstadt auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten.

Die Schüsse hatten am Sonntagnachmittag Angst am Hofgarten ausgelöst. Dutzende Notrufe gingen bei der Polizei ein. "Es herrschte eine große Panik vor Ort", so die Polizei.

Die ausgerückten Polizeibeamten trafen am Tatort einen der Beteiligten an. Der 21-Jährige bestätigte die Zeugenaussagen und gab an, dass der noch Unbekannte im Verlauf eines Streits eine Handfeuerwaffe zog und mehrmals schoss. Ein Sprengstoffspürhund fand am Abend Patronenhülsen. Die Polizei gehe weiterhin davon aus, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Schreckschusspistole handelt, teilte Polizeisprecher Robert Scholten am Montagmorgen mit.

Die Einsatzkräfte suchten den Tatort und den von Zeugen beschriebenen Fluchtweg des Verdächtigen nach der Waffe ab. Der Täter soll in Richtung eines Mülltonnenplatzes eines nahegelegenen Hotels im Bereich des Kaiserplatzes geflohen sein. Von dort lief er weiter in Richtung Hauptbahnhof und dann möglicherweise über die Prinz-Albert-Straße davon.

 

Der Flüchtige soll Zeugen zufolge zwischen 1,80 und 1,90 Meter groß sein. Er hat einen dunklen Hautteint und war mit einem schwarzen Kapuzenpullover gekleidet. Er trug außerdem eine helle Baseballkappe.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0228/150 entgegen.