Freier Zugang am Sonntag

Bonner Mausoleum von Carstanjen vor Verfall gerettet

Blick ins Mausoleum von Carstanjen: Das Denkmal in Plittersdorf ist am 9. September geöffnet.

Blick ins Mausoleum von Carstanjen: Das Denkmal in Plittersdorf ist am 9. September geöffnet.

Bonn. Zum Tag des offenen Denkmals gibt es in Bonn ein umfangreiches Programm. Einige Führungen sind nur mit Anmeldung möglich. Das Mausoleum von Carstanjen in Bad Godesberg ist frei zugänglich.

Egal ob prächtige Villen, die Siedlungen der Nachkriegszeit oder die vielen Kirchen aus unterschiedlichen Epochen: Baudenkmale prägen Bonn und sind zugleich ein Fenster zur Geschichte. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, sorgen Heimat- und Geschichtsvereine, Bürgerinitiativen und Werkstatt Baukultur, Stadtführer und Fördervereine dafür, dass es ein umfangreiches Programm gibt. Bei den zahlreichen Führungen haben die Besucher auch Gelegenheit, bekannte Orte von einer neuen Seite kennenzulernen. „Entdecken, was uns verbindet“ lautet das Motto, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ausgegeben hat.

Damit Besucher nicht doch vor verschlossenen Türen stehen, sind für einige Touren schon jetzt Anmeldungen erforderlich, so für den Rundgang durch das Alte Rathaus, die Baustellen-Führungen im Bonner Münster und die Bootsfahrt durch die Rheinaue. Andere Denkmale wie das Mausoleum von Carstanjen in Bad Godesberg sind frei zugänglich.

Das Mausoleum ist zugleich ein gutes Beispiel dafür, wie verwahrloste Bauwerke wieder genutzt werden können. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es von Zuckerfabrikant, Kunstsammler und Mäzen Graf Adolf von Carstanjen für seine Familie als Begräbnisstätte erbaut worden. Die letzte Beisetzung fand zu Beginn der 80er Jahre statt. Dann verwilderte die Grünanlage, die Glaselemente in der Kuppel wurden zerstört, Wasser drang ins Mauerwerk ein.

Als 2005 der letzte Nachfahre der Familie von Carstanjen verstorben war, ging das Mausoleum in die „von Carstanjen Stiftung“ über, eine Unterstiftung der Bürgerstiftung Rheinviertel. Aus dem Nachlass konnte das Mausoleum grundlegend saniert werden. Seit 2007 ist es eine christliche Begräbnisstätte. Die Urnen werden in der Krypta beigesetzt und die Namen der Verstorbenen auf Messingschildern verzeichnet. Mehr als 500 Menschen haben bereits im Mausoleum von Carstanjen die letzte Ruhe gefunden. Außerdem wurden mehr als 1500 Anwartschaften abgeschlossen.

Mehr Infos unter www.tag-des-offenen-denkmals.de und www.bonn.de/@tag-des-offenen-denkmals