Exzellenzcluster in Deutschland

Bonner Mathematiker gehen in alle Welt

Professor Dr. Theodor Sturm leitet das Hausdorff-Zentrum für Mathematik.

Professor Dr. Theodor Sturm leitet das Hausdorff-Zentrum für Mathematik.

Bonn. Das Hausdorff-Zentrum wird Teil des GlobalMathNetwork, das im November in Bonn gegründet wurde. Es ist ein wichtiges Instrument der Nachwuchsförderung im Ausland.

Als Teil des Exzellenzclusters für Mathematik in Deutschland fühlt sich das Hausdorff-Zentrum (HCM) besonders der internationalen Vernetzung verpflichtet. Schon heute promovieren in Bonn zahlreiche Jungwissenschaftler aus dem Ausland – etwa mit Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Aber auch deutsche Nachwuchsforscher sollen in der globalisierten Wissenschaftsgemeinschaft Erfahrungen sammeln. Zusammen mit vier weiteren ausgewählten Partnerhochschulen auf drei Kontinenten hob das HCM deshalb im November 2017 in Bonn das GlobalMathNetwork aus der Taufe.

„Wir spielen damit in der ganz großen Liga“, berichtet HCM-Direktor Theodor Sturm. Zum Netzwerk gehören die École Normale Supérieure in Paris, das Courant Institute of Mathematical Science der New York University sowie die Universitäten von Kyoto (Japan) und Peking (China). In Südamerika, Afrika und Australien habe man noch keine Partner mit entsprechender Qualität in Forschung und Lehre gefunden, so Sturm. Den Netzwerk-Partnern schwebt ein Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftler als Pendant zum Erasmus-Programm für Studierende vor.

„Unser Ziel ist es, dass ein Großteil unserer Promovierenden nennenswerte Zeit im Ausland verbringt“, erklärt Sturm. Um die Ausbildung des Wissenschaftsnachwuchses stärker zu verflechten, verpflichten sich die fünf Netzwerk-Mitglieder deshalb, mindestens 40 Prozent ihrer Doktoranden einen einsemestrigen Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Die Kosten für Reise und Unterkunft trägt die Heimatuni. Vor Ort erhalten die Promovierenden feste Ansprechpartner für eine schnelle Integration, einen Büroplatz, Zugang zu Bibliothek, Internet und Computern. Außerdem werden ihnen Studiengebühren erlassen, vor allem in den USA ein erheblicher finanzieller Vorteil.

In Bonn promovieren zurzeit etwa 120 Studenten in Mathematik. Ab 2018 werden 15 bis 20 von ihnen pro Jahr für vier bis sechs Monate ihre Koffer packen. Dabei kann die Reise nicht nur in einem der Partnerinstitute enden. Finanziert wird das am HCM aus Mitteln der Exzellenzinitiative der Bundesregierung, die bis Ende 2018 zur Verfügung stehen. Wie berichtet, haben sich die Bonner Mathematiker um eine Fortführung des Exzellenzclusters beworben. Das GlobalMathNetwork soll zukünftig um weitere internationale Hochschulpartner ergänzt werden.