Musical-Projekt

Bonner Jugendprojekt "Generation Z" mit Goldener Göre ausgezeichnet

v.l.: Aaron Borowiec. Amisha Steffen, Karli Hohengarten und Lara Mirchandani von der Generation Z und Ingo Dubinski, Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks.

v.l.: Aaron Borowiec. Amisha Steffen, Karli Hohengarten und Lara Mirchandani von der Generation Z und Ingo Dubinski, Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks.

Bonn. Das Bonner Kinder- und Jugendlichen-Projekt „Generation Z – kann doch was“ stellt Musicals auf die Beine. Das macht es so gut, dass es nun vom Deutschen Kinderhilfswerk im Europa-Park in Rust mit der Goldenen Göre ausgezeichnet wurde.

Musicals auf die Beine zu stellen, ist mit einer Menge Arbeit verbunden. Es gilt, die Choreografien zu entwerfen, das Bühnenbild zu kreieren, die Songs auszuwählen und die passenden Kostüme herzustellen.  Das Bonner Kinder- und Jugendlichen-Projekt „Generation Z – kann doch was“ macht das gänzlich ohne professionelle Hilfe durch Erwachsene. Und zwar so gut, dass es nun vom Deutschen Kinderhilfswerk im Europa-Park in Rust mit der Goldenen Göre ausgezeichnet wurde.

Mit diesem Preis ehrt das Deutsche Kinderhilfswerk Projekte, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken. „Wir freuen uns riesig und können es noch gar nicht richtig fassen. Dass wir bei so vielen tollen Projekten den ersten Preis geholt haben, war schon sehr überraschend“, sagt Lara Mirchandani (17), die die Generation Z gemeinsam mit Amisha Steffen (17) leitet, dem General-Anzeiger.

Generation Z setzte sich im Finale gegen fünf Kontrahenten durch. „Wir finden es toll, was die Jugendlichen von Generation Z auf die Beine gestellt haben. Das Projekt ist vielfältig, kreativ und nachhaltig und bringt zudem gesellschaftlich wichtige Themen einem breiten Publikum nahe“, sagten die 16-jährige Gerda Krull und der 14-jährige Damian Schottowski, Mitglieder der Kinderjury. Die setzte sich aus dem Kinder- und Jugendbeirat des Kinderhilfswerks zusammen und ermittelte die Preisträger.

Geld für Kinder und Jugendliche in Not

Die Generation Z könne ein Vorbild für alle Kinder und Jugendlichen sein, die sich engagieren wollen. Die Musicals, die das rund 50 Mitglieder starke Projekt auf die Beine stellt, sind für den guten Zweck. Ausgangspunkte sind ein Märchen und ein von den Beteiligten identifiziertes gesellschaftliches Problem, wie beispielsweise die Missachtung von Kinderrechten.

Die Projektmitglieder schreiben die Märchen um und machen sie bühnenreif. So entstanden unter anderem schon Variationen von „Hänsel und Gretel“ und „Cinderella“. Bei den Aufführungen sammeln die Mitwirkenden Spenden, um mit den Geldern Kinder und Jugendliche in Not zu unterstützen. Mit dem Musical „Snow White – Mal anders“ etwa sammelte die Generation Z 1050 Euro für den Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche in Bonn.

Mit dem ersten Platz können sich nun auch die Projektmitglieder über einen wahren Geldregen freuen – sie erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro, das sie laut Mirchandani unter anderem für die Weiterbildung der Projektgruppe verwenden möchten. Ein Teil soll auch in die nächste Musicalproduktion gehen. „Wir hatten eigentlich überlegt, keine Musicals mehr zu machen und uns anderen Projekten zu widmen“, so Mirchandani. „Der Preisgewinn hat jetzt für ein Umdenken bei uns gesorgt und dafür, dass wir weiter Musicals produzieren.“

Gefördert durch Bundesministerium

Die Goldene Göre gilt als Deutschlands renommiertester Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung und ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Gefördert wird die Auszeichnung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Es ist eindrucksvoll, wie sich die Kinder und Jugendlichen an den Projekten beteiligen“, lobte Bundesfamilienministerin Katarina Barley. Sie nutzte die Gelegenheit für einen Appell: „Wir müssen dafür sorgen, dass ihre Rechte, auch das Recht auf Beteiligung, in Deutschland noch besser umgesetzt werden.“ Mit der ausdrücklichen Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz stehe der entscheidende Schritt zur Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen noch aus.

Neben der Generation Z wurden auch die Projekte „Lebenswege Jena“ mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro und „Die Kinder gestalten selbstständig den Gruppenraum“ aus Künzelsau mit 1500 Euro für den dritten Platz ausgezeichnet.

Miriam Mack, Botschafterin, des Deutschen Kinderhilfswerks, betonte: „Die Projekte zeichnen sich stets durch Kreativität und einen vorbildlichen Einsatz für Benachteiligte aus.“ Ihr liege es sehr am Herzen, das Engagement der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

Unter den Projekten die Sieger auszuwählen, ist laut Harald Geywitz, Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderhilfswerkes, für die Jury ein hartes Stück Arbeit gewesen. Denn alle sechs Finalisten „engagieren sich vorbildlich und mit großer Ausdauer für ihre Ziele und hatten eine tolle Bewerbung abgeliefert“, wie Geywitz feststellte.