34 Absolventen

Bonner Jäger feiern bestandene Jagdprüfung

Nach bestandener Prüfung versammeln sich die Jungjäger zur Abschlussfeier.

Nach bestandener Prüfung versammeln sich die Jungjäger zur Abschlussfeier.

Beuel. Die Bonner Jägerschaft hat mit 34 Absolventen die bestandene Jagdprüfung gefeiert. Acht Monate dauert solch ein Intensivkurs.

Die Durchfallquote lag mit 50 Prozent in diesem Jahr deutlich über dem langjährigen Durchschnitt: Von insgesamt 68 angehenden Jungjägern, die sich in diesem Jahr zur Jagdprüfung - dem "Grünen Abitur" - angemeldet hatten, durften nur 34 am Samstagabend ihren Erfolg feiern. Das Ergebnis sei einerseits extrem schlecht, zeige aber auch anschaulich, dass die Prüfung ihren Spitznamen wohl tatsächlich verdiene, so Kursleiter Hermann Verden, der seit dem Jahr 2000 die Lehrgänge abhält.

Acht Monate dauert solch ein Intensivkurs, mit dem die Jägerschaft Bonn die Anwärter auf die staatliche Prüfung zum Erwerb des "Jagderlaubnisscheines" vorbereitet.

Denn offenbar wollen immer mehr Menschen auf die Jagd gehen: "Auf unsere Kurse gibt es seit einiger Zeit einen regelrechten Run", erläutert Olaf Leidreiter. Insgesamt 80 Jagdbegeisterte hätten sich für den aktuellen Kurs eingeschrieben, so der Presseobmann des Vereins. Rekordbeteiligung - auch, wenn sich nicht jeder Teilnehmer letztendlich zur Prüfung anmeldet.

Früh mit dem Lernen anfangen

Die Jagd ziehe wohl immer mehr Städter an, die mit den Grünröcken zunehmend die Pflege von Natur und Umwelt sowie die Beschaffung echten Biofleisches verbänden, was sich dann aber eben auch in einer höheren Quote nicht bestandener Prüfungen niederschlagen könne, so Verden: "Es ist eben doch etwas anderes, ob ein Architekt oder Anwalt zu uns kommt oder ein Förster- oder Bauernsohn."

Gerade für bis dato von der Thematik absolut Unbeleckte sei es entscheidend, nicht zu spät mit dem Lernen zu beginnen: "Viele unterschätzen das Pensum, das es zu bewältigen gilt", meint er. Es reicht nicht, erst in den letzten Wochen mit dem Lernen zu beginnen - man muss von Anfang an am Ball bleiben."

Feier in Oberkassel

Im Rahmen einer kleinen Feier in Oberkassel begingen die, die es geschafft hatten, am vergangenen Samstag gemeinsam mit denen, die es noch einmal versuchen wollen, ihre Lossprechung: Denn es gibt im September eine Nachprüfung, bei der sich die Durchfallquote durchaus noch einmal relativieren könnte: "Im Schnitt der letzten Jahre pendelte unsere Durchfallquote zwischen 25 und 33 Prozent", so Verden. Nach den Nachprüfungen hätten es dann nur noch fünf bis zehn Prozent immer noch nicht geschafft.

Auf diese Chance setzt auch Moritz Clöer: Der 16-Jährige war das Nesthäkchen des Jahrgangs und hatte es in Waffenkunde und Wildbiologie nicht geschafft: "Ich habe das wohl ein wenig zu leicht genommen", so der Schüler. Im Bereich Wildbiologie sei es ausgerechnet um Vögel und Kleintiere gegangen; den Bereich in dem er am schlechtesten vorbereitet gewesen sei. Immerhin war er aber bei der Schießprüfung auf der "sicheren" Seite: "Ich habe vor dem Schuss einfach vergessen, mein Gewehr zu entsichern", erinnerte er sich.