Evangelische Kirchenkreise

"Bonner Erklärung" würdigt Engagement der Flüchtlingshilfe

Eckart Wüster, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises

Eckart Wüster, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises

16.06.2019 Bonn. Die drei evangelischen Kirchenkreise in Bonn und der Region haben am Samstag die Ausdauer und Menschlichkeit der vielen Engagierten in der Flüchtlingshilfe gewürdigt.

In einer „Bonner Erklärung zu Flüchtlingsfrage“ bekennen sich die Kirchenkreise dazu, weiterhin für das Recht auf Asyl einzutreten, die Unterbringung und Integration der Menschen zu unterstützen und Begegnungsräume in den Kirchengemeinden zu schaffen. „Wir nehmen wahr, dass die, die sich für Geflüchtete einsetzen, zunehmend auch selbst unter Druck geraten, diffamiert werden und sich rechtfertigen müssen“, sagte der Bonner Superintendent Eckart Wüster.

Die Kirchenkreise Bonn, Bad Godesberg-Voreifel und An Sieg und Rhein appellieren an alle gesellschaftlichen Gruppen, sich hinter die Aufnahme von Flüchtlingen und das Engagement der Helfer zu stellen. „Wir stehen an eurer Seite“, fasste der Bonner Pfarrer Michael Schäfer, der die Erklärung eingebracht hatte, die Kernbotschaft zusammen. Die Erklärung wurde am Samstag auf der Bonner Kreissynode verabschiedet.

Das Bonner Kirchenparlament ergänzte die Erklärung um ihre Unterstützung der sogenannten Palermo-Erklärung. Den Appell zur Sicherung humanitärer Hilfe von Schiffbrüchigen im Mittelmeer hatte die Evangelische Kirche in Deutschland jüngst mit dem Bürgermeister der italienischen Hafenstadt Palermo, Leoluca Orlando, auf den Weg gebracht. Der Appell fordert eine politische Notlösung für die Seenotrettung noch in diesem Sommer und europäische Verteilmechanismen für die Bootsflüchtlinge.

Das Bonner Kirchenparlament forderte zudem die eigene Kommune auf, so wie Düsseldorf, Mainz und fast 30 Städte in Deutschland, den „Städteappell zum Verbot von Atomwaffen“ zu unterzeichnen. Die Initiatoren des Appells, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete „International Campaign to abolish nuclear weapons“ (ICAN), will damit die weltweite Ächtung der Atomwaffen erreichen.

Städte stünden besonders im Fokus der Atomwaffen als Massenvernichtungswaffen, heißt es. Städte seien daher besonders verantwortlich, ihre Bürger zu schützen. Die Bonner verstehen ihre Forderung als eine Konkretion aus dem Friedenswort der rheinischen Landessynode, das diese 2018 verabschiedet hatte und nun in den Kirchenkreisen diskutiert werden soll. (epd)