Oberbürgermeister fordert neues Konzept

Bonner Bürgeramt soll länger öffnen

Die langen Wartezeiten auf einen Termin im Bürgeramt sorgen nach wie vor für Diskussionen.

Lange Wartezeiten an den Bürgerämtern.

BONN. Oberbürgermeister Ashok Sirdharan fordert ein Konzept für längere Öffnungszeiten im Bürgeramt. Ihm geht es vor allem zu Stoßzeiten um eine Verlängerung.

Die Stadt will die Öffnungszeiten der Bürgerdienste auch auf den Samstag ausweiten. Wie das Presseamt auf GA-Anfrage bestätigte, hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan ein Konzept angefordert, wie die Dienstzeiten zu den Stoßzeiten vor der Ferienzeit im Sommer, aber auch grundsätzlich erweitert werden können.

„Im Dienstleistungszentrum wird unter hohem Druck generell gute Arbeit geleistet, die Kundenzufriedenheit ist hoch. Dennoch müssen wir unsere kommunale Dienstleistung immer wieder auf den Prüfstand stellen“, begründete Sridharan seinen Vorstoß. Außerdem sollen künftig Dezernenten Betriebsausflüge genehmigen. Ziel sei es, dass Ausflüge nicht mehr in stark frequentierten Zeiten stattfinden. Wie berichtet, hatten die Bürgerdienste am Mittwoch vergangener Woche wegen eines solchen Ausflugs geschlossen. Durch einen Fehler waren online dennoch Termine vergeben worden.

Mehrfach berichtete der GA über wochenlange Wartezeiten bei der Online-Terminvergabe. Die Stadt nennt eine hohe Personalfluktuation und damit verbundene Einarbeitungszeiten als Hauptgrund, weist aber zugleich auf schnellere Termine in dringenden Fällen hin. Das nun geforderte Konzept soll auch die Verlängerung der Öffnungszeiten am Dienstag und Mittwoch bis in den Nachmittag hinein prüfen. Derzeit öffnen die Bürgerdienste montags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie dienstags, mittwochs und freitags von 8 bis 13 Uhr.

Welche Kosten damit verbunden wären, kann die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. „Es ist zu früh, die Personal- und Kostensituation im Dienstleistungszentrum abschließend zu bewerten“, sagte Stadtsprecherin Monika Hörig. Zunächst müsse das Konzept vorliegen und die laufende Analyse der Arbeitsabläufe. Letztere beinhaltet unter anderem die Auswirkungen von Zusatzarbeit durch das neue, 2015 eingeführte Bundesmeldegesetz und eine Novellierung der Fahrzeugzulassungsverordnung. Es soll nach der Sommerpause vorliegen.

Sparziel verpasst

Die angekündigte Einsparung, die sich der zuständige Dezernent Wolfgang Fuchs nach der Umstellung 2015 zum gemeinsamen Dienstleistungszentrum mit Bürgeramt und Zulassungsstelle erhofft hatte, hat sich bisher nicht erfüllt. Statt 1,3 Millionen Euro jährlich einzusparen, gibt die Verwaltung derzeit 6,7 Millionen für 126 Mitarbeiter aus. 2013 waren es knapp 6,4 Millionen für 116 Mitarbeiter. Allerdings hat die Kommunalpolitik Fuchs' Plan, die Bürgerdienste im Stadthaus zu zentralisieren nicht mitgetragen und auf Außenstellen bestanden.

Was längere Öffnungen betrifft, verschließt sich Personalrat Christoph Busch nicht. „Darüber müsste letztlich allerdings in einer Betriebsversammlung entschieden werden.“ Samstagsarbeit müsste die Stadt zusätzlich bezahlen, damit es für die Mitarbeiter attraktiv ist, und sie müsste auf freiwilliger Basis erfolgen. Die Freiwilligkeit betont auch der OB und kündigte Gespräche mit der Personalvertretung an. Dass Termine für Betriebsausflüge künftig Dezernenten absegnen sollen, ist für Busch kein Problem. Grundsätzlich hält er diese Ausflüge für ein wichtiges Zeichen der Unternehmenskultur: „Es würde mich freuen, wenn der Oberbürgermeister das auch so nach außen darstellen würde.“