Geschmiedete Karnevalsorden

Bonner Azubis und Lehrlinge schaffen einzigartige Orden

Jurierung der diesjährigen Orden der Gold-und Silberschmiedeinnung: Volker Schramm,Reinhard Limbach, Brigitte Knebel-Patzelt,Janin Krause. Willfred Lohmüller, Markus Ebeling,

Jurierung der diesjährigen Orden der Gold-und Silberschmiedeinnung: Volker Schramm,Reinhard Limbach, Brigitte Knebel-Patzelt,Janin Krause. Willfred Lohmüller, Markus Ebeling,

Bonn. Lehrlinge der Bonner Gold- und Silberschmiede haben originelle Karnevalsorden hergestellt. Die Schöpfungen sollen Anfang 2018 auch getragen werden. Außerdem erhielten die Sieger einen Geldpreis und ihre Orden werden in der Sparkasse Köln-Bonn ausgestellt.

Auch wenn die Standbetreiber draußen auf dem Münsterplatz gerade letzte Hand an die Holzbuden für den Weihnachtsmarkt anlegen. Nein, das ist kein überdimensionaler Christbaumschmuck, was da auf rotem Samt in der Sparkassen-Filiale zu bestaunen ist. Acht Auszubildende und junge Lehrlinge der Bonner Gold- und Silberschmiede haben sich wieder Gedanken originelle Karnevalsorden gemacht und dabei ganz erstaunliche Konstruktionen gelötet, gestanzt, geschliffen und poliert.

Das Rennen machte in diesem Jahr Nico Horneborg gleich im ersten Lehrjahr. Der Auszubildende der Firma Richarz kombinierte Kupfer, Messing und Silber zu einer närrischen Tafelrunde. Ein Knopf in der Mitte bewegt wie bei einem Glockenspiel die kleinen Figuren im Sichtfenster. Feierlaune und Studieneifer sitzen damit gemäß des diesjährigen Sessionsmottos „Los mer fiere un studiere“ einvernehmlich an einem Tisch.

„Für eine solche Arbeit wird der junge Kollege nach einigen Vorüberlegungen sicher drei bis vier Wochen Arbeit investiert haben“, schätzt mit Hochachtung Goldschmied und Mitjuror Markus Ebeling vom Münsterplatz.

Tradition entstand als Persiflage auf Preußen

Aber auch die anderen Kreationen begnügen sich nicht mit ein paar Schnörkeln und Sprüchen. Der rheinische Adam mit Narrenkappe bewegt mit einem Seilzug seine Arme wie das Vorbild von Leonardo da Vinci. Ein Kupferkästchen enthält eine geheime Karnevalsgeschichte. Und in einer aufklappbaren Spieluhr haben sich bunte Figuren zur „Hidden Party“ versammelt.

„Bei den Karnevalsorden muss man sich immer etwas Neues einfallen lassen – und das seit 1872“, erklärt Bürgermeister Reinhard Limbach, der zusammen mit Innungs-Geschäftsführerin Elke Siewert der diesjährigen Jury vorsaß. Als Mitglied der Bonner Stadtsoldaten habe er in 27 Jahren selbst sicher schon 100 Orden erhalten, so Limbach. Die ursprüngliche Absicht, den Ordenswahn der Preußen zu persiflieren, trete bei manchen Schmuckstücken naturgemäß etwas in den Hintergrund.

Auch die Schöpfungen der jungen Gold- und Silberschmiede sollen Anfang Januar wichtigen Persönlichkeiten aus dem Bonner Stadtleben um den Hals gehängt werden, kündigt Volker Schramm, Vorstandsmitglied der Sparkasse Köln-Bonn, an. Die Preisträger der sechs Siegerorden erhalten vom Geldinstitut einen Preis in Höhe von jeweils 1111,11 Euro. Bis zum 30. November werden alle acht närrischen Schmuckstücke noch in der Sparkasse am Friedensplatz ausgestellt.