Behebung der größten Mängel Bonn steckt zwölf Millionen in Oper und Kammerspiele

Bröckelnder Beton, veraltete Technik, mangelhafter Brandschutz: Die Instandsetzung der Oper wird in den kommenden Jahren viele Millionen kosten.

BONN. Die Stadt Bonn muss 12,4 Millionen Euro investieren, um kurzfristig die gröbsten Mängel in ihren Theatergebäuden zu beheben. Allein 7,25 Millionen Euro davon entfallen auf das Operngebäude, wie aus einer neuen Mitteilungsvorlage der Stadt hervorgeht.

Die Stadt steht vor umfangreichen Investitionen in ihr Opernhaus. Selbst wenn der Rat in einigen Monaten einen Ersatzbau beschließen sollte (siehe „Neubau-Gutachten im Oktober erwartet“), muss die Kommune in den nächsten zwei Jahren mindestens 7,25 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die gröbsten Mängel zu beseitigen.

Das geht aus einer neuen Mitteilungsvorlage der Stadtverwaltung hervor. Rechnet man noch die Bad Godesberger Kammerspiele und die Werkstatt in Beuel dazu, sollen bis 2020 rund 12,4 Millionen Euro in die städtischen Theatergebäude fließen.

Fertig zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020?

Im Frühjahr 2017 hatte die Theaterleitung selbst die schweren baulichen und technischen Mängel der Oper öffentlich gemacht. Vor allem der Brandschutz lag im Argen, etwa mit undichten Brandschutztüren und Teppichen auf Fluchtwegen, die nicht feuerfest waren.

Inzwischen seien Brandlasten aus den Treppenhäusern entfernt worden, schreibt die Stadtverwaltung. Während der aktuellen Spielpause würden zum Beispiel die Brandmeldeanlage ertüchtigt und Teile der Sprühflutanlage erneuert.

Weitere Arbeiten wie der Austausch von Brandschutzkappen sollen im laufenden Betrieb erfolgen. Bis zum Ende der Sommerpause 2019 will die Stadt alle wesentlichen Mängel aus Prüfberichten zu den technischen Anlagen behoben haben – gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Beethoven-Jubiläumsjahres 2020, bei dem die Oper die Beethovenhalle als Hauptspielort ersetzen soll.

Geplant sind bis dahin auch Baumaßnahmen an den Toiletten. Den Großteil der Opern-Investition verschlingt aber die Instandsetzung der Bühnenmaschinerie für etwa 3,4 Millionen Euro. Die ist so überaltert, dass sonst laut Stadt spätestens 2020 eine Stilllegung drohen würde. Weil die Fachfirmen gut gebucht und die Arbeiten nur in Spielzeitpausen möglich seien, werde sich die Instandsetzung möglicherweise bis in die Sommerpause des Jubel-Jahres hinziehen.

Kammerspiele und Beueler Theaterwerkstätten

Für die Kammerspiele (neuerdings „Schauspielhaus“) kalkuliert das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) bis Ende kommenden Jahres 2,95 Millionen Euro ein, um den Spielbetrieb zu sichern. Sprinkler- und Rauchabzugsanlagen werden ertüchtigt, Rettungswege optimiert sowie die Ober- und Untermaschinerie auf Vordermann gebracht.

In die Beueler Theaterwerkstätten, wo rund 50 Mitarbeiter tätig sind, sollen schließlich 2,26 Millionen Euro investiert werden. Die Maßnahmen betreffen vor allem den Brandschutz; zudem erneuert das SGB die Heizung und saniert große Dachflächen.

Mit dem Gesamtpaket von 12,4 Millionen Euro würden sicherheitsrelevante Mängel behoben, betont die Stadtverwaltung – so wie es der Rat im November vorigen Jahres beschlossen habe. Die Maßnahmen dürften nicht weiter aufgeschoben werden. Denn selbst bei einer Neubauentscheidung für die Oper müssten die bisherigen Gebäude noch auf Jahre hinaus genutzt werden.

Das SGB hat für die laufende Bauunterhaltung der Theatergebäude eine Projektgruppe mit vier Planstellen eingerichtet. Nach monatelanger Suche sind nun im Juli ein Elektroingenieur und zwei Architekten eingestellt worden. Die vierte Stelle soll im Herbst durch einen Ingenieur aus einem anderen SGB-Bereich besetzt werden.

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