Neues Sicherheitskonzept

Bonn setzt Handscanner im Ausländeramt ein

Das Ausländeramt in der Oxfordstraße: Wer hier hineinwill, wird von Anfang Dezember an auf gefährliche Gegenstände gescannt.

Das Ausländeramt in der Oxfordstraße: Wer hier hineinwill, wird von Anfang Dezember an auf gefährliche Gegenstände gescannt.

Bonn. Die angespannte Sicherheitslage im Ausländeramt veranlasst die Stadtverwaltung, dort nun Handscanner zur Eingangskontrolle einzusetzen. Vorgesehen sei ein Probelauf von zunächst drei Monaten, teilte die Stadt am Dienstag mit.

Wie berichtet, haben Besucher des Ausländeramtes mehrfach städtische Bedienstete angegriffen. Der Vertrag mit einem privaten Wachdienst war daraufhin verlängert worden.

Wie einer Pressemitteilung der Stadt zu entnehmen ist, gehört die Maßnahme zum erweiterten Sicherheitskonzept zum Schutz der Bediensteten. In diesem Zusammenhang steht auch die Glasfront am Informationsschalter im Stadthaus. Auch wurden Notrufknöpfe an Schreibtischen mit einer Direktaufschaltung zur Polizei installiert, ebenso eine interne Telefonalarmierung eingerichtet.

Die Handscanner im Ausländeramt werden vom 1.Dezember an in Betrieb genommen und zunächst bis Ende Februar getestet. Gemeint sind offenbar Prüfgeräte, wie sie an Flughäfen eingesetzt werden, um manuell die Kleidung von Reisenden nach gefährlichen Gegenständen zu untersuchen. Darüber hinaus dürften ab diesem Zeitpunkt nur noch Koffer, Taschen und Rucksäcke mit ins Gebäude genommen werden, wenn diese zunächst am Eingang „auf freiwilliger Basis“ kontrolliert wurden, schreibt die Stadt.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind Aggressionen ausgesetzt

Hintergrund dieser und anderer Maßnahmen sei die Tatsache, dass Mitarbeiter der Stadtverwaltung immer häufiger Aggressionen und Gewalt ausgesetzt seien. Aus diesem Grund bringe die Stadt mittlerweile verbale Entgleisungen und Beleidigungen gegenüber den Beschäftigten der Stadtverwaltung konsequent zur Anzeige. Seit Oktober 2017, so ergab eine Nachfrage beim Presseamt sind insgesamt neun Strafanzeigen über das Rechtsamt gestellt worden, davon fünf wegen Beleidigungen, drei aufgrund von Bedrohungen und eine Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollziehungsbeamte.

Die Sicherheitskräfte im Ausländeramt sowie im Sozialamt waren im Sommer Thema gewesen, weil die zuständigen Gremien des Rates die Verlängerung ihres Engagements bewilligen mussten. Die Verwaltung hatte in ihrer Begründung von wiederholten „besorgniserregenden Situationen“ gesprochen. Im Zuge der Flüchtlingswelle 2015, so hieß es, sei die Zahl der Antragsteller „auf ein unerwartet hohes Maß“ gestiegen