Zwei Namen hinzugefügt

Bonn nimmt Jan Loh in Liste für Straßennamen auf

Jan Loh.

Jan Loh.

Bonn. Der verstorbene Bonner Straßenkünstler Jan Loh ist in die Benennungsliste für städtische Straßen, Wege und Plätze aufgenommen worden. Neben ihm schaffte es eine weitere Bonner Persönlichkeit auf die Liste.

Die Stadt Bonn hat den vor einem Jahr verstorbenen Straßenkünstler Jan Loh in ihre Benennungsliste für städtische Straßen, Wege und Plätze aufgenommen. Das hat der Stadtrat nach Angaben der Stadt am Dienstag beschlossen. Jan Loh hatte sich als "Alle-mal-malen-Mann" in Bonn einen Namen gemacht. Wie die Stadt nun mitteilte, gehöre Loh, der mit bürgerlichem Namen Ferdinand Johannes Gödde hieß, zu den "Bonner Originalen" mit hohem Bekanntheitsgrad in der Stadtgesellschaft.

Loh starb am 8. März 2018 an den Folgen eines Sturzes. Noch immer ist der Künstler in Bonn ein Thema. Zur Beerdigung des Bonner Originals in Kessenich kamen 60 Menschen, zu seinem ersten Todestag gab es eine Ausstellung in der Fabrik 45 am Hochstadenring mit seinen Zeichnungen. Loh hatte allabendlich Bonner Kneipen und Cafés besucht und dort Gäste skizziert. Darüber hinaus deutete er auch Handschriften und Träume.

 

Neben Loh wird auch Günther Weisenborn anlässlich seines 50. Todestages in die Benennungsliste der Stadt aufgenommen. Der Pazifist und Widerstandskämpfer der "Roten Kapelle" starb am 26. März 1969. In Bonn studierte er einige Zeit lang und war als Autor und Schauspieler an der Schauspielbühne Bad Godesberg und am Stadttheater Bonn tätig.

Die Bonner Straßenbenennungsliste umfasst nach Auskunft der Stadt rund 80 Vorschläge, die bis 1985 zurückreichen. Im Juni 1986 hatte der Stadtrat beschlossen, dass nur Persönlichkeiten in die Liste aufgenommen werden dürfen, die mindestens seit einem Jahr verstorben sind. Soll eine Straße oder ein Platz benannt werden, wird auf die Liste zurückgegriffen, es sei denn, es gibt Gründe dagegen - etwa einheitliche Benennungskriterien, wie zum Beispiel im Bonner Musikerviertel üblich.

Die Verwaltung macht dann einen Vorschlag aus der Liste, der mit Ortsausschüssen, Heimatvereinen oder anderen ortskundigen Institutionen des jeweiligen Stadtteils abgestimmt wird und über den dann die Bezirksvertretung abstimmt. Seit 2012 werden Namen dann bevorzugt, wenn sie weiblich sind sowie einen Bezug zu Bonn haben. Weicht der Name von der Benennungsliste ab, entscheidet der Hauptausschuss über die Namensgebung. Laut Stadt werden pro Jahr höchstens drei Vorschläge der städtischen Namensliste umgesetzt.