20 Grad und Kälteeinbruch

Bonn erlebte extremen November mit viel Sonne

Novembermorgen: Ein Sonnenaufgang mit Blick auf Schwarzrheindorf.

Novembermorgen: Ein Sonnenaufgang mit Blick auf Schwarzrheindorf.

Bonn. Die Region erlebte den drittwärmsten Herbst seit 1895. Im Schnitt war es 7,9 Grad warm. Auch die 20-Grad-Marke wurde geknackt.

Der November war zu warm, zu trocken und sonnenscheinreich. Das geht aus den aktuellen Daten der Wetterstation Bonn- Endenich der Uni Bonn und Daten aus seiner Wetterhistorie zurück.

1 Temperatur

Der grade abgelaufene November 2018 wies eine Durchschnittstemperatur von 7,9 Grad Celsius auf und war damit um 1,6 Grad Celsius zu warm. Damit belegt der November 2018 den Platz 20 zusammen mit den Novembern 1984 und 1992 in den Bonner Wetterannalen seit 1895. Dreigeteilt war der November: Dem milden Anfang folgte ein erster Kälteeinbruch. Am 12. November wurde die höchste Monatstemperatur mit 20,0 Grad Celsius gemessen. Damit wurde seit 1968 erstmals die 20 Grad- Marke wieder geknackt und noch nie so spät wurde eine so hohe Temperatur im November gemessen. Dann Warmlufteinbruch Ende der zweiten Dekade mit Frost: Am 19. wurde mit minus 1,7 Grad Celsius die niedrigste Monatstemperatur gemessen. Damit ging seit dem 21. März eine frostfreie Periode von 241 Tagen zu Ende.

2 Sonne

Weniger wechselhaft war das Novemberwetter mit ein paar stabilen Hochdrucklagen über Mitteleuropa. Insgesamt schien die Sonne 86 Stunden, 25 Stunden mehr als im langjährigen Mittel. Platz sechs in 50 Aufzeichnungsjahren. Sechs Sonnentage, und an neun Tagen versteckte sich die Sonne den ganzen Tag. Damit knüpfte auch der November seinen Vorgängermonaten an: Es war der 9. Monat in Folge 2018 mit einem Sonnenüberschuss.

3 Niederschlag

Auch bei den Niederschlägen folgte der November seinen Vorgängermonaten: Mit nur 22 Litern pro Quadratmeter war es der fünfte Monat in Folge mit zu wenig Regen. Platz 150 in der 171-jährigen Historie der Stadt Bonn. Die gleiche Regenmenge wurde zuletzt 1860 gemessen. Diesmal wurden 43 Prozent mit nur neun Regentagen erreicht. Auch gab es keinen Starkregentag. Die Konsequenzen zeigen sich u.a. am Rheinpegel: In der letzten Dekade wurden mit 86 cm der drittniedrigste Pegelstand seit 1901 an drei Tagen erreicht.

4 Vergleich mit 2017

Der November 2017 war um 0,2 Grad Celsius kühler als der aktuelle November. Die Minimaltemperatur von 1,1 Grad Celsius war höher, dafür aber die Maximaltemperatur (16,9 Grad Celsius) niedriger. 2017 gab es keinen Frosttag. Die Sonne schien mit 51 Stunden 35 Stunden weniger und dafür fiel an Regen 40 Liter pro Quadratmeter mehr.

5 Herbst 2018

Mit dem 30. November endet der meteorologische Herbst. Mit 12,5 Grad Celsius war er drittwärmste Herbst der letzten 124 Jahre. Der Vorjahresherbst war noch um 0,1 Grad Celsius kühler. Der wärmste Herbsttag 2018 war der 18.9. mit 34,1 Grad Celsius, der 19.11. war mit minus 1,7 Grad Celsius der kühlste Herbsttag in diesem Jahr. Damit brachte der Herbst 2018 die Ausbeute von zwei Tropen-, 17 Sommer- und 33 warmen Tagen sowie drei Frosttage. Bei den Niederschlägen belegt der Herbst 2018 den Platz 140 in der 171-jährigen Chronik der Stadt.

6 Ausblick auf Dezember

Der erste Wintermonat bringt die kürzeste Tageslänge im ganzen Jahr. Der Winteranfang am 21. Dezember ist mit sieben Stunden und 57 Minuten der kürzeste Tag in Bonn. Zwei Besonderheiten bietet der Dezember: Am 13. Dezember ist der frühestmögliche Sonnenuntergang erreicht, während morgens erst ab dem 6. Januar die Sonne wieder früher aufgeht. Beide Tage sind christliche Feiertage, St. Lucia und Heilige Drei Könige

Klaus Kosack war jahrzehntelang Chefstatistiker der Stadt Bonn