GA-Serie "Jung sein in Bonn"

Bonn bietet viele Möglichkeiten zum Tanzen im Freien

Bonn. Ob am Rhein oder im Park – Bonn bietet viele Möglichkeiten zum Tanzen im Freien: Salsa Caleña an der Rheinpromenade, Energy Dance im Godesberger Kurpark oder Zumba am Alten Zoll.

Donnerstagabend, die Bonner flanieren ganz entspannt die Rheinpromenade entlang oder genießen den Ausblick auf den Strom bei einem Getränk im Biergarten. Viele Menschen aber bleiben stehen, um einer Gruppe zuzusehen, die sich rhythmisch zu lateinamerikanischer Musik bewegt. Es ist der „Salsa Caleña“-Tanzkurs, den Christian Mateus aus Kolumbien und Myriam Tranzer aus Deutschland gemeinsam organisieren.

Salsa Caleña ist in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, was Mateus gerne ändern möchte. „Wir wollen, dass die Leute aus Koblenz oder Köln nach Bonn kommen, um Salsa Caleña tanzen zu lernen“, sagt er. Der Tanzstil kommt aus der kolumbianischen Stadt Cali und unterscheidet sich vom üblichen Salsa Colombiana, den man normalerweise auf den Tanzflächen sieht. Salsa Caleña zeichnet sich durch sehr schnelle Bein- und Hüftbewegungen und viele Kreuz- und Wechselschritte aus. Er wurde stark von Tanzstilen wie Rumba, Foxtrott oder Swing und auch von Tänzen aus Kuba beeinflusst.

Mateus' Pläne für die nahe Zukunft sind, diesen Salsastil in Bonn weiterzuentwickeln, einen Auftritt zu organisieren und im Dezember mit der Gruppe eines der größten Salsa-Caleña-Festivals in Kolumbien zu besuchen.

Abwechslungsreiche Bewegungsabläufe

Montagabend im Kurpark Bad Godesberg: 25 Leute treffen sich zum Energy Dance. Der Name kann verwirren, bedeutet aber nicht, dass die Teilnehmer eine Stunde lang springen und komplexe Choreographien zeigen. Energy Dance ist eine Möglichkeit, Stress zu bewältigen und Energie zu tanken durch abwechslungsreiche einfache Bewegungsabläufe zur Musik. Dieser Kurs ist kostenlos und findet im Zuge des Projekts „Sport im Park“ statt.

„Energy Dance ist insgesamt nicht so bekannt, obwohl es den Tanzstil schon seit über 40 Jahren gibt“, sagt Kursleiterin Corinna Dürr. Das Training ist eine Mischung aus Tanz, Fitness und Tai Chi (Kampfkunst aus China). Ziel ist, gleichzeitig das Herz-Kreislauf-System, die muskuläre Kraft und die Beweglichkeit zu trainieren. Das Konzept ist: „Raus aus dem Kopf – rein in den Körper!“

Während des 60-minütigen Kurses rät Dürr, alle Gedanken auszuschalten, sich nur auf den eigenen Körper zu konzentrieren und sich zu bewegen. Die Teilnehmer sind meist Frauen. Vor allem die, die hinten stehen, quatschen über einzelne Elemente und den Holly-Dolly Song, der gerade aus der Lautsprecherbox erklingt. Das heutige Wetter – 26 Grad am Abend – finden sie auch perfekt, um sich draußen zu bewegen.

Vollgetankt mit neuer Energie

Die Atmosphäre ist entspannt und freundlich. Viele Frauen sind nicht zum ersten Mal beim Kurs, sie kennen sich schon lange. Die Teilnehmer sind größtenteils Erwachsene und einige wenige Jugendliche. „Dieser Kurs ist nicht für eine Show gedacht, sondern eher etwas, was man für sich macht“, erklärt die 54-jährige Trainerin. Hier können Leute von 18 bis 80 zusammen trainieren. Dürr sagt, dass ein Vorteil von Energy Dance sei, dass jeder es für sich anpassen und in der für ihn angenehmen Intensität betreiben könne.

Nach dem Training bleiben viele Teilnehmer noch auf der Wiese, um den Anfängern mehr über den Kurs zu erzählen, ihre Gefühle zu teilen und der Trainerin nochmals zu danken. Alle sagen, dass sie sich nicht müde, sondern frisch und munter fühlen, vollgetankt mit neuer Energie.

Für diejenigen, die im Gegensatz dazu Energie freisetzen wollen, gibt es in Bonn ein anderes Angebot, nämlich den Zumba-Kurs. Er beginnt jeden Dienstag um 18.30 Uhr auf der Wiese vor dem Alten Zoll. Eine halbe Stunde vor Beginn warten bereits 30 Teilnehmer an den Rändern der Wiese. Zum Kursbeginn wird die Wiese richtig voll. „Im Durchschnitt kommen jedes Mal 150 Leute“, sagt Christiane Pillny, Medizinstudentin und Tanztrainerin, die in diesem Jahr den Zumba-Kurs bei „Sport im Park“ leitet.

Tanzen mit Aerobic-Bewegungen

Zumba ist ein Tanz-Training, bei dem Tanzelemente mit Aerobic-Bewegungen kombiniert werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Das Wichtigste im Zumba ist alles nachzumachen, was die Trainerin vorgibt, auf die Musik zu hören und schnell zu reagieren. Die Musik, die normalerweise im Zumba-Kurs verwendet wird, motiviert zu schnellen und energischen Bewegungen. Für die richtige Stimmung sorgen die lateinamerikanischen Rhythmen wie Samba, Flamenco oder Merengue und dazu auch ermutigende Rufe der Trainerin. Wenn etwa 200 Menschen gemeinsam gleichzeitig Zumba tanzen, wirkt das besonders beeindruckend. Nach dem Kurs gehen alle mit roten Wangen, aber auch mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.

So unterschiedlich Salsa Caleña, Energy Dance und Zumba auch sind, sie alle bieten eine gute Möglichkeit, etwas Neues an der frischen Luft auszuprobieren.

Autorin Mariia Bolshakova ist eine von neun Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung, die in einem Seminar in Kooperation mit dem General-Anzeiger dem Thema „Jung sein in Bonn“ nachgehen. Ihre Texte erscheinen in den nächsten Tagen und Wochen im General-Anzeiger.