Ballonfahrt

Bonn aus der Vogelperspektive

08.04.2013 Bonn. 3500 Fuß über dem Meeresspiegel könnten Bonn-Spötter mal wieder das Bild vom Bundesdorf bemühen. Denn tatsächlich wird aus der Vogelperspektive das Stadtgebiet klein. So klein wie eben ein Dorf. Die Kölner Firma Skytours ballooning ermöglicht mit Ballonfahrten diesen Blick auf Bonn.

Auch am Sonntagabend starteten die riesigen Publikumsmagneten in der Bonner Rheinaue. "Jedes Mal, wenn wir damit beginnen, kommen zahlreiche Menschen zum Gucken hinzu", berichtete Pilot Andreas Wagner seinen Passagieren. "Wie groß ist der Ballon?", "Wie wird man Ballon-Pilot?" und "Was kostet so ein Hobby?" sind nur ein paar der Fragen, die Wagner dann sowohl den Schaulustigen wie auch seinen Mitfahrern beantwortet.

Die kleinsten Ballons fassen 4250 Kubikmeter. Bis zu sechs Menschen plus Pilot können damit befördert werden. Wagner selbst entdeckte das Hobby durch seinen Cousin. Der verdiente sich in seiner Studienzeit als Ballon-Pilot etwas dazu. Von unten verfolgte dann Wagner im Auto zunächst als sogenannter Verfolger, wohin sein Cousin mit dem Ballon fuhr, um ihn dort abzuholen.

Bald machte der Remscheider selbst den Pilotenschein, wie ihn etwa auch ein Segelflieger braucht. Etwa ein Jahr dauerte die Ausbildung, in dem er unter anderem Luftrecht und Navigation paukte. Sein Hobby übt er im Nebenerwerb aus. Die Ballons gehören dem Veranstalter. Denn wer so ein Gefährt sein Eigen nennen möchte, muss tief in die Tasche greifen.

Alleine die Anschaffungskosten für Ballon, Korb, Anhänger und Zugfahrzeug belaufen sich auf etwa 100.000 Euro. Aber, wie Wagner weiß, gebe es durchaus Privatleute, die sich dieses Hobby leisten. "Wäre dann etwa eine Eigentumswohnung", fasste Passagier Matthias Klose zusammen. Ein Platz als Mitfahrer ist da schon günstiger und kostet 195 Euro.

Klose und seine Frau Christa sowie Gabriele und Jürgen Schmiedinghoff mussten erst mal anpacken, bevor es "nach oben" ging. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Stoffhülle aus einem überdimensionalen Seesack herauszuholen, vorsichtig das Knäuel auszubreiten und anschließend die Ballonöffnung unten aufzuhalten, um das Gefährt mit Hilfe eines Gebläses mit Luft zu füllen.

Schon kurz nach dem Start genossen die Paare das Panorama. Über 90 Minuten dauerte ihre Reise von der Rheinaue über den Venusberg, nach Alfter, um in Heimerzheim schließlich zu landen. Ein Acker wurde zum Landeplatz.

"Für Ballonfahrten gilt, dass sie überall landen dürfen", erklärte der Experte. Denn da sich ein Ballon nicht wirklich steuern lässt, erkennt der Gesetzgeber die Landung als Notlandung an. Um im Zweifelsfall so wenig Schaden wie möglich zu verursachen, versucht Wagner Wirtschaftswege für die Landung zu treffen oder eben nah am Feldrand zu landen.

Am 28. Juni beginnt in den Rheinauen das Ballon-Festival. Weitere Infos gibt es unter www.skytours-ballooning.de (Ariane Fries)