Abriss am Bundeskanzlerplatz

Bonn-Center soll im März gesprengt werden

Bonn. Das alte Bonn-Center soll voraussichtlich am 19. März gesprengt werden. Was das für die Anwohner bedeutet und wie die Pläne für den Neubau aussehen, der Anfang 2018 starten soll, erklären die Projektentwickler.

Die letzte große Sprengung in Bonn ist 14 Jahre her. Damals war es das Konrad-Adenauer-Haus, das im Parlaments- und Regierungsviertel an der Ostseite der Friedrich-Ebert-Allee im Ortsteil Gronau von 1972 bis 2000 als Sitz der Bundesgeschäftsstelle der CDU galt. Am 14.Dezember 2003 wurde das Gebäude gesprengt.

Die Entscheidung für die Sprengung des Bonn-Centers gab am Samstag der Projektentwickler und Eigentümer Art-Invest Real Estate (Art-Invest) gemeinsam mit dem zuständigen Abrissunternehmen AWR Abbruch bekannt.

„Wir haben sowohl einen schrittweisen Rückbau als auch eine Sprengung in Bezug auf Sicherheit, Kosten, Zeit sowie Staub- und Lärmbeeinträchtigungen geprüft“, erläutert Projektleiter Thomas Leise von Art-Invest.

„Letztendlich haben die geringeren Beeinträchtigungen für die Anwohner durch eine Sprengung den Ausschlag für die Entscheidung gegeben.“ Die kontrollierte Sprengung soll nach Angaben von Art-Invest voraussichtlich am 19. März stattfinden.

Wie der Projektleiter weiter mitteilte, soll bis zur Sprengung ein umfassendes Sicherheitskonzept erstellt werden.

 

Bis zu einer endgültigen Entscheidung müssen noch abschließende Vereinbarungen mit den Verantwortlichen der Stadt Bonn und der Deutschen Bahn getroffen werden.

Information für die Anwohner

Die Projektleitung hat die Anwohner am Samstag im Rahmen einer Informations- und Vorbereitungsveranstaltung über die Sprengung informiert. Außerdem hat sie neben generellen Informationen zu der kontrollierten Sprengung auch Details zum Ablauf und den Sicherheitsvorkehrungen erläutert.

Die Verantwortlichen haben bereits im Dezember auf der Bürgerinformations-Veranstaltung deutlich gemacht, dass die Anwohner frühzeitig in die Planungen und Entwicklungsprozesse des Geländes des Bonn-Centers involviert werden. Zusätzlich werden die Anwohner, die bei den Informationsveranstaltungen nicht anwesend waren, über Briefwurfsendungen informiert.

Stadtbahnen beeinträchtigt

Auch die Stadtbahnen der Linien 16, 63 und 66 werden in dem Zeitraum der Sprengung, zwischen 10.55 Uhr und 11.15 Uhr, betroffen sein. Wie die Stadtwerke Bonn mitgeteilt haben, wird der Bereich zwischen den Haltestellen "Museum Koenig" und "Heussallee/Museumsmeile" in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden.

Die Bahnen werden an diesen Haltestellen an beiden Haltestellen auf die Freigabe der Strecke warten, bevor die Fahrt für die Fahrgäste weitergehen wird.

Stand der Abrissarbeiten

Zur Zeit finden auf dem Gelände am Bundeskanzlerplatz noch Entkernungs- und Sanierungsarbeiten am Hochbau des Bonn Centers statt. Wie die Verantwortlichen mitteilen, ist der Flachbau des Gebäudes bereits vollständig abgerissen und abgetragen worden.

 

Neubau soll 2018 beginnen

Auf der Fläche des alten Bonn-Centers am Bundeskanzlerplatz soll Platz für ein modernes Stadtquartier gemacht werden, welches planmäßig 2020 fertiggestellt werden soll. Der Starttermin für den Neubau des Stadtquartiers am Bundeskanzlerplatz ist für Anfang 2018 geplant.

Art-Invest und die Stadt Bonn haben in einem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren das städtebauliche Konzept zuvor bestimmt. Dabei siegte der Entwurf des Kölner Architekturbüros JSWD. ´

Der städtebauliche Entwurf des Architekturbüros für das neue Quartier am Bundeskanzlerplatz umfasst rund 70.000 Quadratmeter Nutzfläche. Es soll aus drei Baukörpern und einem adressbildenden Hochhaus - zwischen 60 und maximal 101,5 Metern Höhe - bestehen.

Auch Gastronomie und Einzelhandel sind geplant und sollen einen Mehrwert für Angestellte sowie für die Nachbarschaft bieten.

Sprengung des Kaiserbaus in Troisdorf 2001

Aufsehen erregte eine weitere große Sprengung in der Region: Die Sprengung des Kaiserbaus in Troisdorf im Jahre 2001.

Der Kaiserbau sollte damals das größte Hotel in Westdeutschland werden, ganz in der Nähe des Flughafens Köln/Bonn. So sah zumindest die Vorstellung des Bauunternehmers Franz Kaiser bei Baubeginn 1972 aus.

Doch der Kaiserbau wurde nie fertig und blieb als unfertige Ruine für fast 30 Jahre Teil des Stadtbildes von Troisdorf. Das Gebäude stand an der A59 zwischen Bonn und Köln, nahe der Autobahnausfahrt Troisdorf.

Im Jahre 1999 erlangte die Millionen schwere Ruine anderweitig Ruhm. Der Aktionskünstler H.A. Schult bemalte die Front der Ruine mit rieisgen Pop-Art-Porträts berühmter Europäer und gab dem ganzen den Namen "Hotel Europa".

Zwei Jahre später, am 14. Mai 2001, sprengte die Stadt Troisdorf den in die Jahre gekommenen Betonklotz.