Legendärer Nachtclub in der Bonner City

Blow Up vor dem Aus?

Auch das ist das Blow Up: der Autor und Dramaturg Lother Kittstein bei einer Lesung im Nachtclub.

Auch das ist das Blow Up: der Autor und Dramaturg Lother Kittstein bei einer Lesung im Nachtclub.

BONN. Der Mietvertrag des Bonner Clubs läuft angeblich zum 30. Juni aus. Die Initiative "Viva Viktoria" und die Clubbetreiber wollen unter dem Motto „Rettet das Blow Up – jetzt“ eine Kampagne starten.

Der legendäre Nachtclub Blow Up in der Innenstadt steht offenbar vor dem Aus. Die Signa-Holding weigere sich, den auslaufenden Mietvertrag zu verlängern, berichtete die Bürgerinitiative Viva Viktoria Sonntag in einer Pressemitteilung. Im Club an der Rathausgasse 10 geht demnach zum 30. Juni das Licht aus. Die Initiative und die Clubbetreiber wollen eine Kampagne unter dem Motto „Rettet das Blow Up – jetzt“ starten. Für Mittwoch, 11. Mai planen sie um 18 Uhr eine Demonstration vor dem Gebäude, heißt es in der Pressemitteilung, die auch im Namen des Blow-Up-Geschäftsführers Daniel Christel veröffentlicht worden ist.

Die Signa hatte im Viktoriakarree mehrere Gebäude gekauft, um dort ein Einkaufszentrum und eine Bibliothek zu bauen. Den Verkauf der benötigten städtischen Grundstücke stoppte allerdings das Bürgerbegehren von Viva Viktoria, dem sich der Stadtrat anschloss. Das Unternehmen des österreichischen Karstadt-Eigentümers René Benko hält aber an seinen Plänen fest: Mit einem Verfahren vor der Vergabekammer in Köln versucht Signa, die Stadt doch noch zum Verkauf zu zwingen.

Viva-Viktoria-Sprecher Axel Bergfeld wirft der Holding vor, im Karree eine „aggressive Leerstandspolitik zum Schaden der Bürger“ zu betreiben. Seit Jahresbeginn hätten mehrere Ladenmieter aufgeben müssen, weil Signa ihre befristeten Verträge nicht verlängert habe. Nun treffe es neben dem Blow Up auch einen Bäcker und einen Schlosser. Ein Kaufangebot des Clubpächters auf Basis eines Wertgutachtens soll Signa abgelehnt haben, so Bergfeld.