Lotharstraße in Bonn

Blitz aus dem Müll

Versteckt zwischen Mülltonnen in der Lotharstraße: Der graue Blitzkasten.

BONN. Die Falle lauert hinter der weißen Kommode am Straßenrand. Hinterhältig direkt an schwarzer und gelber Tonne.

Über dieses Stillleben an der Lotharstraße ärgern sich Autofahrer wie Michael Heiliger, der das Ensemble fotografiert hat. Er bemängelt, dass die Radarfalle nicht zu sehen war und nicht frei stand. „Das dazugehörende Messfahrzeug war knapp davor geparkt“, berichtet Heiliger.

Nach Angaben der Stadt gibt es keine Vorgaben, wie ein Blitzgerät am Straßenrand aufgestellt werden muss. Im kurzen Tempo-30-Abschnitt rund ums Margarete-Grundmann-Haus eigneten sich ohnehin nur vier bis fünf Parkplätze für die Überwachung des fließenden Verkehrs.

Die Mauer an den Mülltonnen sei der Stammplatz für den grauen Kasten, den man auch gar nicht verstecken wolle. Autofahrer sollen ihn ruhig sehen – und langsam fahren. Wer's genau wissen will, kann vor seiner Fahrt durch Bonn regelmäßig im Internet nachlesen, wo geblitzt wird.

Das scheint zu klappen. Denn von 691 gemessenen Wagen an dem Tag wurden nur 19 Raser geblitzt. Bleibt die Frage: Warum hat niemand die Kommode weggerückt, um die Apparatur kommod aufbauen zu können? So gesehen ist es schade, dass die Männer vom Sperrmüll nicht auch noch die Blitzkiste entsorgt haben.