Kommentar zum Sperrmüll in Bonn

Bitte mehr Kontrollen

Nur so soll es eigentlich laufen: Mitarbeiter von Bonnorange entsorgen Sperrmüll.

Nur so soll es eigentlich laufen: Mitarbeiter von Bonnorange entsorgen Sperrmüll.

BONN. An Sperrmülltagen regiert oft das Chaos. Da sollte ruhig die Polizei auch mal ein Auge drauf haben, meint GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Es ist verzwickt: Auf der einen Seite ist das bislang erprobte System der Sperrmüllabfuhr in Bonn gut für die Umwelt und erfüllt zudem einen sozialen Zweck, weil viele Dinge, die der eine nicht mehr benötigt, in einem anderen Haushalt gute Dienste leisten.

Auf der anderen Seite verpesten Sperrmüllsammler, die mit ihren in der Regel alten Diesel-Sprintern die Wohnviertel an Sperrmülltagen systematisch abfahren, die Luft und verursachen obendrein viel Lärm und Chaos. Da ist guter Rat teuer.

Die Abfuhr auf Anruf, wie sie andernorts bereits die Regel ist, wird in einigen Bonner Wohnvierteln gerade probeweise durchgeführt. Ob sie sich auch in der Bundesstadt bewährt, wird man sehen. Fest steht: Es werden in Zukunft wohl viel weniger Dinge wiederverwendet werden, was sehr schade wäre.

Da können die Mitarbeiter von Bonnorange die Kunden noch so gut beraten, sie sollten den Sperrmüll durchforsten und gut erhaltene Sachen zum Beispiel in Secondhand-Läden abgeben. Das werden vermutlich die wenigsten tun, weil es ein zusätzlicher zeitlicher und logistischer Aufwand wäre.

Wüst sieht es an Sperrmülltagen meist in dichter besiedelten Gegenden aus, wo die Aufmerksamkeit der Bewohner erfahrungsgemäß eher geringer ist, wenn es um illegal abgestellten Müll oder um die so genannten gewerblichen Sammler (von woher auch immer) geht, die alles durchwühlen und in der Regel Chaos auf den Bürgersteigen hinterlassen.

Die Polizei sollte die Fahrzeuge, an denen meist Nummernschilder aus osteuropäischen Staaten angebracht sind und von denen viele den Eindruck mangelnder Straßentauglichkeit machen, stärker kontrollieren und sie notfalls stilllegen.