Turnhallen sollen umfunktioniert werden

Betten für Klimakonferenz-Teilnehmer gesucht

Das WCCB ist seit seiner Eröffnung 2015 Ort für zahlreiche UN-Konferenzen. Ab 6. November tagt dort der Weltklimagipfel.

Das WCCB ist seit seiner Eröffnung 2015 Ort für zahlreiche UN-Konferenzen. Ab 6. November tagt dort der Weltklimagipfel.

Bonn. Viele Teilnehmer des Weltklimagipfels in Bonn suchen noch eine Bleibe. Oberbürgermeister Sridharan bittet daher Schulen und Vereine um Unterstützung bei der Bereitstellung von Sammelunterkünften.

Wenn am 6. November der Weltklimagipfel in Bonn beginnt, dann müssen bis zu 25.000 Teilnehmer während ihres Aufenthalts in Bonn auch ein Dach über dem Kopf haben. Sie könnten etwa in Turnhallen unterkommen. Viele, die als Teilnehmer aus den Nichtregierungsorganisationen, also aus den Zivilgesellschaften anreisen und über die Klimaschutzziele mitreden wollen, haben allerdings anders als die meisten der offiziellen Delegierten noch keine Bleibe gefunden. Die Stadt Bonn hat Quartiersuchenden nun ihre Hilfe angeboten. Sie hat Schulen und Vereine angeschrieben und angefragt, ob sie Turnhallen als Sammelunterkünfte bereitstellen können.

Wegen des Schreibens von Oberbürgermeister Ashok Sridharan gingen bei einigen Lehrern die Warnlampen an. Sie wandten sich an den GA und brachten ihre Sorge zum Ausdruck, dass dann wieder der Sportunterricht an ihren Schulen zu kurz käme. Hintergrund: Anfang 2016 hatte die Stadt Bonn einige Turnhallen vorübergehend als Flüchtlingsunterkünfte nutzen müssen und damit bei Schulen und Vereinen für viel Verdruss gesorgt.

Auf Nachfrage erklärte Sridharan nun, es handele sich um eine rein freiwillige Aktion. „Wir werden keine Schule und keinen Verein zwingen, auf die Halle während der benötigten Zeit zu verzichten“, versicherte er. Er verwies auf sein offizielles Schreiben an die Schulen und Vereine, in dem er unter anderem erklärt, dass insbesondere die Veranstalter des internationalen Jugendgipfels COY und des Klimagipfels der Zivilgesellschaft vom 1. bis 7. November – also noch vor Beginn des Klimagipfels – Übernachtungsmöglichkeiten für rund 2000 Menschen suchten.

Stadt kommt Wunsch der Veranstalter entgegen

„Die Veranstalter haben sich daher an uns gewandt mit der Bitte, Übernachtungsmöglichkeiten in Sammelunterkünften (Turnhallen) zur Verfügung zu stellen. Gerne möchten wir diesem Wunsch soweit es geht entgegen kommen“, heißt es in dem OB-Schreiben außerdem. Laut Vizestadtsprecher Marc Hoffmann haben bisher 65 angeschriebene Bonner Vereine und 33 Schulen eine positive Antwort gegeben. „Die Auswertung läuft“, sagte Hoffmann.

 

Hierzu befinde sich die Verwaltung in enger Abstimmung mit den Schulen und Sportvereinen: „Eine Übernachtung in Turnhallen kommt nur in Betracht, wenn die Schulen und Vereine diese auf freiwilliger Basis zur Verfügung stellen und die Turnhallen auch den baulichen und feuerpolizeilichen Erfordernissen entsprechen.“

Genug Möglichkeiten für die Delegierten

Im Übrigen liege der überwiegende Teil des angefragten Zeitraumes noch in den NRW-Herbstferien, die am 3. November endeten. Für die offiziellen Delegierten der COP23 stünden mittlerweile ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels, Pensionen und anderen Unterkünften in Bonn und der Region zur Verfügung.

 

Weder die Stadt noch das Bau- und Umweltministerium (BMUB) sähen einen Anlass, die Möglichkeit provisorischer Unterbringung für Delegierte, etwa in Turnhallen, zu prüfen. „Die Buchungen laufen nach Plan und die Organisation der COP23 läuft auch in diesem Punkt aus Sicht von Stadt und BMUB absolut problemlos“, so Hoffmann.

Bürger stellen Schlafplätze zur Verfügung

Um die Unterbringung aller Konferenzgäste zu gewährleisten, unterstütze die Tourismus & Congress GmbH (T&C) die Hotelzimmervermittlung für die Teilnehmenden der Konferenz und stehe dabei im engen Austausch mit dem UN-Klimasekretariat und dem BMUB.

Darüber hinaus sei seit Sommer die von der T&C betreute Plattform „Private Host COP23“ freigeschaltet, worüber bislang aus der Region Bürger rund 500 unentgeltliche Schlafplätze angeboten hätten. Das Angebot an Privatquartieren solle als Ergänzung vor allem für Teilnehmer und Institutionen aus Ländern mit geringerer finanzieller Ausstattung dienen.