Einmalige Gelegenheit

Besucher konnten das leere Bonner Münster entdecken

Bonn. Besucher bot sich am Wochenende im Bonner Münster ein ungewöhnliches Bild. Wegen der anstehenden Generalsanierung ist die Kirche nahezu leer geräumt.

Es war eine einmalige Gelegenheit und ein besonderes Raumerlebnis: Das Bonner Münster öffnete noch einmal sein Portal am Samstag und Sonntag, 23. und 24. September 2017, jeweils zwischen 13.00 und 16.00 Uhr. Die Besucher konnten dabei das nahezu leergeräumte Bonner Münster betreten und sich vom Kirchenschiff aus einen Eindruck von der Vorbereitung zur Generalsanierung machen: Die Kirchenbänke fehlen, die Orgel ist teilweise abgebaut.

Vor Ort ist auch der Bonner Münster-Bauverein, der über seine Aktivitäten informiert und limitierte Bonner Münster-Steine anbietet. Sie sind aus denselben Gesteinsarten gefertigt, die auch beim Bau des Bonner Münsters verwendet wurden: Mendiger Basalt-Lavastein, wie etwa am Sockel des Taufsteins, oder Weibener Tuffstein, wie im Mauerwerk des Querhauses. 20 Euro kostet ein solcher Stein, der mit einer kleinen Broschüre und ansprechendem Organza-Säckchen verkauft wird. Der Erlös jedes Steins fließt in die Sanierung des Bonner Münsters. 

Der Eintritt ist kostenlos. Ein Spende für die Initiative "Mein Herz schlägt fürs Bonner Münster" wird erbeten. Der Zugang erfolgt über das Westportal am Gänsebrunnen („In der Sürst“). Veranstalter ist die Kirchengemeinde Sankt Martin, die unterstützt wird durch den Bonner Münster-Bauverein.

 

Generalsanierung des Bonner Münsters

Statische Probleme, Risse, Feuchtigkeit und veraltete Technik sind Gründe für eine der umfangreichsten Sanierung in der Geschichte des Münsters. Nach einer dreijährigen Planung und Bauanalyse beginnt nun die Vorbereitung zur Generalsanierung. Sie geht einher mit einer mindestens zweijährigen Schließung und wird derzeit auf 20,22 Millionen Euro geschätzt. Das Erzbistum Köln wird einen Großteil der Kosten übernehmen. Mit der Initiative „Mein Herz schlägt fürs Bonner Münster“ lädt der Bonner Münster-Bauverein zu einer breit angelegten Unterstützung ein und bittet um Spenden für das Wahrzeichen der Stadt Bonn. (mein-bonner-muenster.de)

Vor fast 1000 Jahren wurde der Grundstein für das Bonner gelegt, welches sich über den Gräbern christlicher Märtyrer erhebt. Die Wurzeln dieser heiligen Stätte reichen jedoch bis in die Antike zurück. In diesem Gotteshaus spiegeln sich architektonisch die großen Geistesströme unseres Kontinents wider, weshalb der Bonner Historiker Heinrich Lützeler es einst als „Europäisches Monument“ bezeichnete.

Über 200 Jahre lang gab es eine rege Bautätigkeit am Münster und den umliegenden Gebäuden. Aber auch danach tat das Cassius-Stift und die Bonner Bevölkerung alles, um eine der bedeutendsten Kirchenanlagen des ganzen Rheinlandes zu erhalten. Dazu zählten auch viele Sanierungen bis zuletzt in den 80er Jahren.