Bonner Schriftsteller

Beleidigung kostet Pirinçci 8000 Euro

BONN. Eine über Facebook verbreitete Beleidigung eines Hochschulprofessors hat für den Bonner Schriftsteller Akif Pirinçci eine Geldstrafe zur Folge. Wie Birgit Niepmann, Direktorin des Bonner Amtsgerichts auf Anfrage bestätigte, muss der 55-Jährige 8000 Euro (80 Tagessätze à 100 Euro) zahlen.

Wie der GA berichtete, hatte der mit Katzenkrimis bekannt gewordene Autor zunächst Einspruch gegen einen so genannten Strafbefehl, eine Verurteilung ohne öffentliche Hauptverhandlung, eingelegt. Diesen hatte die Staatsanwaltschaft beantragt, weil Pirinçci ihrer Meinung nach nicht hinnehmbare Äußerungen getätigt hatte.

Auf seiner Facebook-Seite hatte sich der Schriftsteller im Juli 2014 über einen Professor der Sozialwissenschaften und Biologie, der zudem Lehrstuhlinhaber für Sexualwissenschaften in Merseburg ist, aufgeregt. Den in der Fachwelt anerkannten Professor betitelte der 55-Jährige in dem Eintrag als "geisteskranken, durchgeknallten Schwulen mit Dachschaden". Dem Professor, dessen Theorie ein "Juwel der Doofheit" sei, müsste man nach Ansicht des Schriftstellers alle akademischen Titel aberkennen. Dies ließ der verunglimpfte Professor nicht auf sich sitzen - er zeigte Pirinçci wegen Beleidigung an. Die Staatsanwaltschaft beantragte schließlich wegen Beleidigung einen Strafbefehl von 80 Tagessätzen à 150 Euro, also 12.000 Euro.

Das Amtsgericht erließ den Strafbefehl, und Pirinçci legte Einspruch ein. Zur mündlichen Verhandlung wird es nun aber wohl doch nicht kommen. Wie die Amtsgerichtsdirektorin bestätigte, hat der zuständige Richter den Strafbefehl geändert. Grund sind die vom Verteidiger eingereichten Einkommensnachweise. Das Gericht senkte die Tagessatzhöhe daraufhin von 150 auf 100 Euro.

Pirinçci sorgte in letzter Zeit vor allem mit einem Wut-Buch über die Deutschen, die in seinen Augen aufgrund ihrer Toleranz gegenüber Schwulen und Muslimen "von Sinnen" sind, für Aufregung.

Er ist nicht zum ersten Mal wegen Beleidigung angezeigt worden: Ende 2013 war er laut der Staatsanwaltschaft bereits schon einmal zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 4000 Euro verurteilt worden.