Meditationscenter Samadhi

Bei der Einweihung wird der OB gesegnet

IPPENDORF. Im ersten Stock in einem Ippendorfer Mehrfamilienhaus haben sich viele Erwachsene jeden Alters und Kinder, alle aus unterschiedlichen Nationen, versammelt. Sie sitzen auf Meditationskissen oder auf einer Bank entlang der Wand und blicken erwartungsvoll.

Vor ihnen sitzt Rev. Bhante Samiddhi Batuwangala. Der buddhistische junge Mönch aus Sri Lanka in orangefarbener langer Robe erklärt gerade Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die richtige Sitzhaltung auf dem Kissen. Er ist einer der Gäste bei der Eröffnung des Meditationscenters Samadhi.

Aufrechter Rücken, die rechte Hand ruht in der linken und die Beine sind gekreuzt, sagt der Mönch ruhig. Neben ihm thront eine große elfenbeinfarbene Buddhastatue mit feinen geschwungenen Gesichtszügen. Sie wirkt stark und entschieden. In der hier praktizierten buddhistischen Linie, dem Theravada-Buddhismus - das kommt aus dem mittelindischen Pali und bedeutet "Schule der Ältesten" - seien die Buddhastatuen ganz einfach gehalten. "Die Schlichtheit soll während der Meditation nicht ablenken", erklärt Samiddhi.

Der noch in Sri Lanka, Thailand oder Myanmar verbreitete Theravada-Buddhismus gilt als der ursprüngliche Buddhismus, von dem sich innerhalb von mehr als 2000 Jahren andere Strömungen entwickelten, etwa der Mahayana-Buddhismus in Nord- und Nordostasien, den der Dalai Lama vertritt. "Geduld, Weisheit, Liebe und Mitgefühl sind ein Ziel der Meditation", sagt Samiddhi auf Englisch.

Er wechselt dann mal wieder ins Deutsche oder zu Pali, einer Sprache wie Sanskrit, etwa bei uns mit dem Latein zu vergleichen. Er sei glücklich, es handele sich um einen traumhaften Ort, sagt der Mönch dem OB. "180 Nationen leben mittlerweile in Bonn", sagt Nimptsch.

"Es ist eine kleine Welt, die hier entstanden ist, und die Möglichkeiten, die Sie hier bieten, an einem Ort der Freundschaft, sind wichtig". Zur Segnung kniet sich der Oberbürgermeister. Der Mönch bindet ihm ein gesegnetes, gelbes Bändchen um, das vorher, noch als langes Band, durch den ganzen Raum gereicht worden war und alle Anwesenden miteinander verband.

Das Meditationscenter finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen. Der Name Samadhi (Sanskrit) bedeutet so viel wie Versenkung oder Konzentration. "Im Buddhismus gibt es unterschiedliche Kulturen und Techniken, um wohl immer das gleiche Ziel zu erreichen: Frieden, Glück und innere Ruhe", erklärt Sheron Jayamuni. Der junge Mann arbeitet in Frankfurt im Finanzbereich und berichtete, wie die Meditationen ihm immer wieder zu Ausgeglichenheit verhelfen. Von Hause aus ist er Katholik.

Auch Thamil Venthan Ananthanayagan sagte, dass ihm Meditation und die Auseinandersetzung mit der buddhistischen Lehre zu innerem Frieden verhelfen würden. Er studiert Jura in Irland und ist von Geburt an Hindu und extra zur Eröffnung des Buddhistischen Meditationsenters Samadhi von Galway nach Bonn gereist.

"Menschen, die ihren Geist weiterentwickeln wollen, werden zu uns kommen", sagt Samiddhi. "Wir respektieren alle Kulturen, Philosophien und Religionen. Wir wollen diskutieren und unsere Spiritualität weiterentwickeln. Wir haben in diesem Jahrhundert Wohlstand und tolle Möglichkeiten." Dann zitiert er den Dalai Lama: "Er sagt, dass wir nicht unsere Religion wechseln müssen, um gemeinsam Frieden zu erreichen. Bleib wie Du bist."

Info

Samadhi Buddhistischer Verein, Gierolstraße 7, Rufnummer 0228/92 67 91 38.