Verzögerung am Bau

Beethovenhalle frühestens im Juli 2020 fertig

Kunsthistorikerin Constanze Falke und Stadtdirektor Wolfgang Fuchs auf der Baustelle.

Kunsthistorikerin Constanze Falke und Stadtdirektor Wolfgang Fuchs auf der Baustelle.

Bonn. Der Projektsteuerer stellt einen neuen Zeitplan für die Beethovenhalle in Bonn vor. Stadtdirektor Wolfgang Fuchs erwartet keine „exorbitanten Kostensteigerungen“ mehr.

Die Instandsetzung der Beethovenhalle verzögert sich weiter. Die letzten Arbeiten sollen nicht im April 2020, sondern erst am 29. Juli des Beethoven-Jubiläumsjahres abgeschlossen sein. Das geht aus dem aktualisierten Terminplan hervor, wie Projektsteuerer Andreas Fröhlich am Dienstagabend im Projektbeirat Beethovenhalle mitteilte. Nach ursprünglicher Planung sollte die Instandsetzung nach zweijähriger Bauzeit jetzt schon beendet sein.

Fröhlich nannte ein Bündel von Ursachen: Es habe viele unerwartete „Störungen im Bestand“ gegeben – von schadhaften Decken über Hohlräume im Boden bis hin zu Fundamenten, die an anderen Stellen lagen, als in alten Plänen verzeichnet. Etliche Planer hätten nicht pünktlich geliefert. Allein die Objektplaner, ein Architektenbüro aus Berlin, lägen 19 Wochen hinter dem Zeitplan und würden ihre Arbeit erst im April 2019 abschließen, so Fröhlich. Sollten die Berliner noch weiter in Verzug geraten, hätte das Auswirkungen auf die ganze Baustelle. Bei der Ausschreibung von Aufträgen, die über das Städtische Gebäudemanagement läuft, hat das Projekt schon 13 Wochen Verspätung. Etwa 80 Prozent des Gesamtbudgets seien aber bereits ausgeschrieben, berichtete Stadtdirektor Wolfgang Fuchs, der die politische Verantwortung für die Instandsetzung trägt. Es seien deshalb wohl „keine exorbitanten Kostensteigerungen“ mehr zu erwarten. „Auch beim Baukörper rechnen wir eigentlich nicht mehr mit größeren Überraschungen“, erklärte Fuchs im Beirat. Die Stadt werde alles tun, um Mehrkosten zu reduzieren.

Gespräche mit möglichen Sponsoren

Fuchs sagte zu, dass die Firma Drees & Sommer, die von der Stadt als Projektsteuerer engagiert ist, dem Beirat binnen zwei Wochen eine Schätzung der jetzt noch zu erwartenden Zusatzausgaben vorlegen werde. Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt bat um eine Aufschlüsselung, wie stark steigende Baupreise wegen der brummenden Konjunktur und andere Risikofaktoren die Kosten jeweils beeinflusst haben. „Die Frage ist, wie verlässlich die Kostenschätzung vor Projektstart war“, betonte Schmidt. „Da geht es um unsere Glaubwürdigkeit.“

Zu Baubeginn lag das Budget bei 61,5 Millionen Euro; die aktuelle Prognose steht bei rund 98 Millionen Euro. Darin sind 400.000 Euro für die laut Stadt unumgängliche Sanierung der Klais-Orgel im großen Saal noch nicht enthalten. „Dazu laufen Gespräche mit möglichen Sponsoren“, berichtete Projektsteuerer Fröhlich. Bernhard Wimmer, für den Bürger Bund Bonn im Beirat, kritisierte erneut, dass der Restaurantpächter der Beethovenhalle nicht an den Kosten für das Lokal beteiligt werde. Die Stadt investiert rund 1,4 Millionen Euro in die Modernisierung der Küche. „Der Pachtvertrag ist aber zu unveränderten Konditionen verlängert worden“, bemängelte Wimmer.