Vor Beethovenjubiläum 2020

"Beethoven-Friends" bereiten Beethoven-Hackathon in Bonn vor

Arnulf Marquardt-Kuron gibt eine historische Einführung zum Thema der heute nicht mehr vorhandenen Taufkirche Beethovens auf dem Remigiusplatz.

Arnulf Marquardt-Kuron gibt eine historische Einführung zum Thema der heute nicht mehr vorhandenen Taufkirche Beethovens auf dem Remigiusplatz.

Bonn. Die Initiative "Beethoven-Friends" bereitet ersten Beethoven-Hackathon vor. Vor allem die ungewöhnlichen Seiten des Komponisten sollen zur Geltung kommen.

„Beethoven war nicht nur ein begnadeter Musiker, er war auch Entrepreneur, hat sich gesellschaftlich engagiert und war technisch interessiert“, begeistert sich Unternehmensberaterin Irene Kuron für den berühmten Bonner. Zusammen mit ihrem Mann Arnulf Marquardt-Kuron und Niklas Bulitta hat sie die Initiative Beethoven-Friends ins Leben gerufen. Man will sich dafür engagieren, dass neben Beethovens Genie als Musiker auch seine Lebenssituation und seine eher unbekannten Seiten als technischer Innovator, Unternehmer oder politischer Bürger sichtbar werden.

Auf einem Beethoven-Hackathon  wollen die Beethoven-Friends bereits im Sommer nachhaltige digitale Strukturen schaffen, die es Menschen weltweit ermöglichen sollen, Beethoven und seine Geburtsstadt Bonn kennenzulernen. Auf einem vorbereitenden Hack-Day trafen sich am Samstag im The 9th an der Stockenstraße die ersten vierzehn Interessierten, um gemeinsam Ideen zu einem „digitalisierten Beethoven“ zu entwickeln. Nicht zuletzt engagieren sich Digital-Experten des Hack.Institute, von Bonn.digital oder „Yeahmazing“ ehrenamtlich.

Beethovens Bonner Zeit im Internet

Gemeinsame Vision ist, bis zum Jubiläumsjahr 2020 möglichst viele Inhalte über Beethoven und sein Leben in Bonn ins Netz zu stellen, um damit nicht nur die ganze Welt, sondern vor allem auch junge Menschen von Beethoven, seinem Leben, seiner Musik und seiner Geburtsstadt, in der er 22 Jahre lang gelebt hat, zu begeistern. „Ich gehöre zu den ‚jungen Wilden‘, die sich eigentlich nicht so sehr für Beethoven interessieren“, stellte sich eine Teilnehmerin von Bonn.digital auf dem Hack-Day vor und vermutete, dass es daran läge, dass „Beethoven in Bonn bisher immer sehr konservativ und langweilig präsentiert“ würde.

Mit dieser Ansicht war sie in dem eher jungen Team der samstäglichen Hacker-Runde nicht allein. Sätze wie „Beethoven aus der Mottenkiste holen“ oder „Wir müssen auch den Bonnern mal erzählen, wer Beethoven wirklich war“ wurden diskutiert. Das Ziel: Einen neuen Weg der Darstellung über Webseiten und Social-Media-Kanäle finden, der auch junge Menschen auf das Bonner Genie aufmerksam macht. Sascha Förster ging so weit, sich vorzustellen, dass man auch versuchen könne, die Musik Beethovens auf digitale Weise umzusetzen. Schon in den ersten Stunden des Zusammentreffens wurden Ideen zu virtuellen Rundgängen, Apps, Spielen und historischen Informationen diskutiert.

Ein Vortrag des Geografen Arnulf Marquardt-Kuron, der für die städtische Wirtschaftsförderung arbeitet, über die Geschichte der nicht mehr auf dem Remigiusplatz vorhandenen Taufkirche Beethovens leitete das erste konkrete Projekt der Beethoven-Friends ein. NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart hat dazu bereits die Schirmherrschaft übernommen. Man möchte die Remigiuskirche, die 1800 nach einem Blitzschlag niederbrannte, virtuell wieder auferstehen lassen. Das Projekt wird bereits unter anderem unterstützt von Beethovenhaus, Bürger für Beethoven, dem Karajan Institut sowie der Sparkasse Köln-Bonn.

Infos und Termine unter beethoven.digital.