Wohnen an der Reuterbrücke

Bauherr geht auf Anliegerwünsche ein

BONN. Die Bürgerinitiative "Wohnen an der Reuterbrücke" hat schon einiges erreicht, was die Bebauungspläne das Gelände des früheren Autohauses Reuterbrücke angeht.

Die Opel-Wiese, auf der ursprünglich ein Hotel geplant war, wird nicht bebaut, es wird ausreichend Tiefgaragen- und Besucherparkplätze geben, und aber keine verwahrlosten halböffentlichen Flächen. Die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Immobilien-Unternehmen "Garbe" und mit der Stadt sei gut, sagte Silke Hildebrandt von der Initiative jetzt beim Info-Nachmittag zu diesem Bauvorhaben, das die Stadt in der Gottfried-Kinkel-Realschule durchführte. "Die haben sich auf sehr viel eingelassen."

Bei der gut besuchten Veranstaltung konnten sich Interessierte an Schautafeln darüber informieren, was bald neben der Reuterbrücke passieren wird. Dort nagt der Zahn der Zeit an dem früheren Autohaus, und diese Fläche soll bebaut werden. Das Bauunternehmen will dort ein reines Wohnquartier errichten, und das wird von den Anwohnern weitgehend begrüßt. "Wir wollen das", sagte Hildebrandt. Aber bei Gebäuden mit zum Teil sieben Stockwerken plus Dachwohnungen hörte für die Kessenicher der Spaß auf: Das sei zu hoch. Auch das Argument, dass diese Häuser als Lärmschutzmauer gegen die Geräuschkulisse der Eisenbahnlinie diene, zog nicht.

Garbe gab nach und strich einige Stockwerke. Jetzt ist man bei maximal fünf plus Dachwohnungen, die Initiative will maximal vier. Das Unternehmen kam außerdem den Wünschen der Anwohnerschaft nach, die lieber vier kleinere als zwei größere Gebäude an der August-Bier-Straße haben wollte. Die Entwicklungsschritte erläuterten die Mitarbeiter anhand eines anschaulichen dreidimensionalen Modells des künftigen Wohnquartiers.

Die Idee, auf das Hotel zu verzichten, sei von der Stadt gekommen, sagte Peter Haep vom Stadtplanungsamt. Jedenfalls eine Entscheidung, die den Bürgern zusagt. Das Verständnis für die Maßnahme ist da. "Ich glaube schon, dass Bonn mehr Wohnfläche braucht", meinte ein Anwohner. Er habe nichts davon, außer einige Jahre Baulärm. Deshalb wolle er wenigstens, dass das alles möglichst anwohnerfreundlich abläuft.

Das betrifft für die Bürgerinitiative vor allem den Verkehr: Sie befürchtet, dass die Zahl der Fahrzeuge in den ohnehin engen Straßen zunehmen und die Anwohnerschaft belasten wird. Sie hätte sich gewünscht, dass es erst ein Verkehrskonzept gibt, bevor man mit dem Bau beginnt, sagte Hildebrandt.