Projekte in Bonn

Bauboom an der Bahntrasse in Kessenich und Dottendorf

Neubau versus Baugrube: Von der Baustelle am ehemaligen Bonn-Center blickt man auf die fertigen Wohnhäuser der „Südstadtgärten“.

Neubau versus Baugrube: Von der Baustelle am ehemaligen Bonn-Center blickt man auf die fertigen Wohnhäuser der „Südstadtgärten“.

Dottendorf/Kessenich. Neubauwohnungen, Bürokomplexe, Einkaufsmöglichkeiten und eventuell ein Schwimmbad – entlang der Bahngleise im Bonner Süden tut sich was. Wir geben einen Überblick über die Bauvorhaben.

Gleich mehrere Projekte haben Investoren in den beiden südlichen Bonner Ortsteilen angestoßen:

Wohnpark „Südstadtgärten“ an der Reuterbrücke: Auf dem Areal an der Reuterbrücke ist in vier Bauabschnitten der Wohnkomplex „Südstadtgärten“ mit sieben Mehrfamilienhäusern entstanden. Insgesamt umfasst die Anlage 232 Wohnungen mit jeweils zwei bis vier Zimmern. Im August 2017 sind die ersten Mieter eingezogen. „Es sind nur noch ganz wenige Wohnungen frei“, sagt Bettina Brown, Fondsmanagerin bei der Kapitalverwaltungsgesellschaft Mondial. In dem Wohnquartier ist eine eigene Kindertagesstätte untergebracht. Zwischen den Gebäuden sind ein Spielplatz und Grünflächen angelegt worden.

Bonn-Center: Auf dem Gelände des ehemaligen Bonn-Centers am Bundeskanzlerplatz realisiert die Kölner Firma Art Invest einen Neubau mit drei Gebäudekörpern nach einem Entwurf des Kölner Architekturbüros JSWD. Zu der Höhe des Komplexes will sich der Investor allerdings bislang nicht äußern. Laut Bebauungsplan ist eine Höhe von 101,5 Metern und 28 Stockwerken erlaubt. Als Termin für die Fertigstellung ist Ende 2021 veranschlagt, Hauptmieter soll dann die Postbank werden. Mit den Bauarbeiten soll Anfang kommenden Jahres begonnen werden.

Aldi-Filiale am Rheinweg: Das Gelände der alten Kiesgrube hinter den Bahngleisen wird als potenzieller Standort für eine neue Aldi-Filiale gehandelt. Der Stadtrat hatte im Sommer zugestimmt, in Kaufverhandlungen mit dem Unternehmen zu treten. Die ersten Planungen sehen ein Gebäude mit drei Etagen vor: Im Erdgeschoss soll der Discounter einziehen, die oberen Etagen sollen Platz für Dienstleister oder Wohnungen bieten. Alternativ will die Verwaltung das Miesengelände an der Dottendorfer Straße als Bauplatz prüfen.

Bürokomplex „Haus der Höfe“: Gegenüber dem neuen Haltepunkt UN Campus bauen Strabag und Pareto ein neues Bürogebäude. Auf dem 4440 Quadratmeter großen Areal an der Ecke Joseph-Beuys-Allee/Genscherallee entstehen ein vierstöckiges Gebäude und eine Tiefgarage nach dem Entwurf des Bonner Architekturbüros Oezen-Reimer+Partner. Namensgebend sind die drei begrünten Innenhöfe in den Gebäudeteilen. Ende Januar haben die Bauarbeiten begonnen. Die Fertiggestellung planen die Bauherren für Mitte nächsten Jahres. Ein Drittel der Büroflächen ist bereits vermietet: Unter anderem ziehen Schmitz Knoth Rechtsanwälte und ReinboldRost in die neuen Räume ein. Im Erdgeschoss eröffnet die Bäckerei Mauel eine Filiale mit Café.

Haltestelle Bonn UN-Campus: Der Haltepunkt ist seit November in Betrieb, Züge des Regionalverkehrs halten an dem neuen Bahnhof. Derzeit sind einige Rampen allerdings noch gesperrt. „Hier fehlen derzeit noch die Handläufe beiderseits entlang der Rampe, ohne die die Rampe nicht zur Nutzung freigegeben werden darf“, erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten hatte sich die Montage verzögert. Entlang der Gleise soll noch ein Stabgitterzaun errichtet werden. „Mit der Fertigstellung aller noch ausstehenden Baumaßnahmen am Haltepunkt Bonn UN Campus rechnen wir im Juli 2018“, teilte die DB mit.

Postneubau an der Baunscheidtstraße: Die Deutsche Post DHL Group plant auf dem Areal zwischen Baunscheidtstraße und Oscar-Romero-Allee mit dem niederländischen Bauunternehmen Ten Brinke ein neues Bürogebäude. Dafür muss die Post mehrere städtische Grundstücke an der Bauscheidtstraße erwerben. Betroffen sind die Grundstücke mit den Hausnummern 3 bis 9, 13 und 15. Auf der 16 000 Quadratmeter großen Fläche soll dann ein langgestrecktes Gebäude mit fünf Etagen und einem Staffelgeschoss entstehen und bis zu 2500 Mitarbeitern Platz bieten. Die Koalition im Stadtrat hat bereits zugestimmt, dass die Verkaufsgespräche parallel zur Erstellung eines Rahmenplans für das Bundesviertel aufgenommen werden dürfen. Laut den Bauherren könne frühstens 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Schwimmbad Wasserland: Das Thema Badneubau beschäftigt die Bonner Politik bereits seit Jahren. Im Herbst 2016 hatte der Stadtrat eine Neuordnung der Bäder beschlossen und die Stadtwerke angewiesen, ein entsprechendes Konzept vorzulegen. Das sieht den Neubau eines Schwimmbads mit einer Wasserfläche von 2065 Quadratmetern und 18 Bahnen neben dem Heizkraftwerk im Wasserland vor. Das Bad soll als erstes in Bonn komplett barrierefrei werden. Anfang Juli startet der Bürgerentscheid: Rund 250 000 Wahlberechtigte Bonner dürfen dann für oder gegen den Bau abstimmen.

Miesengelände: Seit 2004 liegt das 4,5 Hektar große Gelände an der Dottendorfer Straße brach. Der Name geht auf den früheren Eigentümer, den Karosseriebauer Miesen, zurück. Nach deren Insolvenz übernahm die Firma Terrabon GmbH das Grundstück. Aufgrund der Nähe zum Heizkraftwerk wurde der Bau von Wohnungen zunächst verworfen.