Weberstraße

Bauarbeiten in der Bonner Südstadt nach zwei Jahren beendet

Südstadt. Zwei Jahre Großbaustelle haben die Anwohner der Weberstraße genervt. Nun freuen sie sich über das Ende der Endlos-Arbeiten - es gibt aber auch Kritik.

Die Anwohner der Weberstraße zwischen Bonner Talweg und Argelanderstraße haben es überstanden. Endlich sind die umfangreichen Kanalarbeiten vor ihrer Haustür beendet. Neue Fahrbahndecke, neuer Bürgersteig. Fast 24 Monate haben sich die Bagger Schaufel um Schaufel tief in die Erde gewühlt, wurden starke Spundwände in den Boden gehämmert. „Am schlimmsten waren Lärm und Dreck“, resümieren Hausbesitzer. Aber es musste sein. Die Kanalrohre waren marode, der Durchlauf zu klein. Das Tiefbauamt hat einen großdimensionierten Stauraumkanal mit einem Durchmesser von bis zu 2,40 Metern verlegen lassen, der bei starken Regengüssen auch die Wassermassen vom Venusberg aufnehmen kann. Insgesamt hat die Maßnahme zwischen Prinz-Albert- und Argelanderstraße 2,7 Millionen Euro gekostet. Veranschlagt hatte das Tiefbauamt 2,65 Millionen Euro. Nicht im Rahmen geblieben ist indes der Zeitplan. Fertigstellung war für Ende Oktober 2017 angekündigt. Es dauerte sieben Monate länger.

Die Verzögerung begründet das Presseamt mit unvorhergesehenen Zusatzarbeiten, etwa bei den Gas- und Wasserhausanschlüssen. Vor Beginn des Kanalbaus waren umfangreiche Erneuerungen bei den Anschlüssen notwendig. Außerdem mussten die Versorgungsleitungen im Kanalgraben provisorisch verlegt werden. Zuständig sind dafür die Stadtwerke. Bereits in dieser Phase sei es zu Verzögerungen gekommen, sodass der Kanalbau erst später beginnen konnte. Die Gehwege seien durch andere Versorger wie Telekommunikation belegt. Baustillstand habe es des Öfteren auch durch schlechtes Wetter gegeben.

Klagen über die Parkplatzsituation

„Endlich vorbei. Es hat erschreckend lange gedauert“, sagt Geschäftsmann Michael Döring. „Aber die Weberstraße ist sehr schön geworden“, lobt er, auch wenn die Durststrecke ihn 25 Prozent des gewohnten Umsatzes gekostet habe. Einige kritische Anmerkungen haben auch andere Anwohner. „Ich habe gehört, dass die Telekom den Bürgersteig noch einmal aufreißen will“, sorgt sich Friedel Stieb. Auf GA-Nachfrage beim Presseamt heißt es dazu: „Wir haben keine Kenntnis von der Arbeiten der Telekom in der Weberstraße.“

Stieb weist auch darauf hin, dass die Beschilderung für den Verkehr noch nicht komplett ist. Außerdem klagt er wie viele Anwohner über die Parkplatzsituation. „Es war früher schon schwierig. Jetzt sind noch mehr Stellflächen, auch für die Kunden, weggefallen.“ Ein Grund dafür ist das Parkverbot im Bereich der beiden barrierefreien Bushaltestellen. Anwohner diskutieren zudem, ob für die Haltestellen die richtige Position gefunden wurde. „Wenn sich da zwei Busse begegnen, wird es eng. Es staut sich“, sagt Olaf Issig. Laut Verwaltung haben einerseits zahlreiche Grundstückszufahrten und andererseits eine möglichst kurze Entfernung zur Straßenbahnhaltestelle die Standortwahl bestimmt.

Bleibt noch die Frage nach den Anliegerbeiträgen. Grundstückseigentümer sollen zu 50 Prozent bei den Kosten für die Erneuerung der Fahrbahn herangezogen werden, die erstmalig auch einen frostsicheren Unterbau erhalten hat. Laut Presseamt würden zwischen Prinz-Albert-Straße und Bonner Talweg voraussichtlich zwölf Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche bei Wohnnutzung und 14 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche bei gewerblicher Nutzung erhoben. Zwischen Bonner Talweg und Argelanderstraße wären es voraussichtlich 20 Euro beziehungsweise 25 Euro.