Baustart in Bonn verschiebt sich

Bald 1000 Mitarbeiter im Bundesamt für Justiz

Den rot gekennzeichneten Bereich neben dem Behördenblock, wo auch das Auswärtige Amt untergebracht ist, galt es zu beplanen. Die Kadawittfeld-Architekten entwarfen zwei Hofhäuser.

Den rot gekennzeichneten Bereich neben dem Behördenblock, wo auch das Auswärtige Amt untergebracht ist, galt es zu beplanen. Die Kadawittfeld-Architekten entwarfen zwei Hofhäuser.

Bonn. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) bleibt auf Wachstumskurs. Noch in diesem Jahr rechnet Präsident Heinz-Josef Friehe damit, dass die Zahl seiner Mitarbeiter um einige Dutzend auf rund 1000 ansteigt – eine Verdoppelung seit der Amtsgründung im Jahr 2007.

Hintergrund sind zusätzliche Aufgaben, die der zentrale Dienstleister der Bundesjustiz nach und nach übernommen hat. Seitdem am 1. April das neue Verbraucherstreitbeilegungsgesetz in Kraft trat, ist die Behörde zum Beispiel für die Anerkennung privatrechtlich organisierter Verbraucherschlichtungsstellen zuständig.

„Ich erwarte auch in Zukunft weitere neue Aufgaben mit entsprechendem Personalzuwachs“, erklärt Präsident Friehe. „Damit ist das BfJ zu einem wichtigen Partner für den Behördenstandort Bundesstadt Bonn geworden.“ Das Bundesamt gilt in der Bonn-Berlin-Frage als Paradebeispiel: Ministerielle Aufgaben wurden 2007 auf die neue Oberbehörde übertragen, während das Bundesjustizministerium selbst in Bonn heute nur noch eine Handvoll Stellen hat.

Das Bundesamt hat seinen Sitz im alten Ministeriumsgebäude an der Adenauerallee 99-103 und nutzt zwei Außenstellen an der Gorch-Fock-Straße und am Rheinweg. Weil der Platz nicht mehr ausreicht, will der Bund noch 2016 ein Gebäude für rund 130 Mitarbeiter mieten. Mittelfristig sollen zwei Neubauten für rund 200 Beschäftigte am Hauptsitz Entlastung schaffen: Der ursprünglich im Oktober geplante Baubeginn verschiebt sich leicht – das rund 15 Millionen Euro schwere Projekt startet voraussichtlich im Mai 2017 und soll nach zwei Jahren Bauzeit abgeschlossen sein.

Das Aachener Architektenbüro Kadawittfeld hat zwei eigenständige, flache Bauten mit Innenhöfen entworfen: einen neben dem Altbau an der Adenauerallee, einen im Garten zur Rheinseite hin. Dabei wird die denkmalgeschützte, leerstehende Villa Scheidgen (Adenauerallee 91 a) baulich mit dem straßenseitigen Gebäude verbunden. In der Villa will das BfJ seinen Besucherservice unterbringen.