Nach dem Bürgerentscheid Bad Godesberger CDU bringt Kombibad in Friesdorf ins Spiel

Die Stimmzettel zum Bürgerentscheid werden im Stadthaus ausgezählt.

Bad Godesberg. Ist das der Ausweg aus der verfahrenen Bädersituation? Die Bad Godesberger CDU will – unterstützt von Bonns CDU-Chef und Landtagsabgeordnetem Christos Katzidis – den Bau eines Kombibades in Friesdorf prüfen lassen. Es könnte ganzjährig genutzt werden.

Bad Godesberg stehe nach den beiden Bürgerentscheiden „in doppelter Weise vor einem Scherbenhaufen“, argumentieren Katzidis und die Vorsitzenden von Bezirksverband und -fraktion, Christoph Jansen und Philipp Lerch, und ergänzen: „Erst wurde das Kurfürstenbad geschlossen und nun auch ein Schwimmbadneubau gestoppt, der zumindest unmittelbar vor den Toren des Stadtbezirks entstanden wäre“. Nun stehe Bonns südlicher Stadtbezirk de facto erst einmal in maximaler Entfernung zu einer „von allen Seiten gewünschten“ dezentralen und gut erreichbaren Bäderlandschaft.

Sie schlagen deshalb vor, die Weiterentwicklung eines der Bad Godesberger Freibäder zu einer ganzjährig nutzbaren und besser ausgelasteten Kombination aus Frei- und Hallenbad zu prüfen. Am ehesten geeignet halten sie dafür das Friesdorfer Freibad. Mit dem Vorschlag könnten auch die Befürworter des nunmehr gescheiterten Wasserlandneubaus über dessen Aus hinweggetröstet werden. Denn in Friesdorf sowie im benachbarten Dottendorf und in Kessenich hatte der Neubau beim Bürgerentscheid besonders viele Unterstützer. „Ich sehe diese Variante als möglichen Kompromiss“, sagt Philipp Lerch, „um beide Lager zu versöhnen“. Zugleich wäre eine Idee geboren, das immer wieder von der Schließung bedrohte und sanierungsbedürftige Freibad zu retten und dabei seinen engagierten und mitgliederstarken Förderverein ins Boot zu holen.

Von einer denkbaren Wiederbelebung des Kurfürstenbades ist in der Initiative der CDU keine Rede. Und auch die Zukunft des Frankenbades berühren die Christdemokraten mit ihrem neuen Vorschlag ausdrücklich nicht, sondern wollen die „Friesi“-Variante vorerst lediglich als Prüfauftrag verstanden wissen. Die Initiative kommt zwar aus Bad Godesberg, ist aber nach GA-Informationen auch darüber hinaus abgestimmt. Wie berichtet, hatte der Fraktionsgeschäftsführer der CDU-Ratsfraktion, Horst Gehrmann, einem Weiterbetrieb des Frankenbades gegenüber dem General-Anzeiger am Montag eine Absage erteilt und dies sowohl mit dem Sanierungsstau und der Möglichkeit einer städtebaulichen Aufwertung des Areals begründet.

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