Jugendzentrum Sankt Cassius

Bühne für junge Kulturszene in der Altstadt

Endlich eine eigene Bühne: Rapper Braco gehörte zu den ersten, die im Jugendzentrum St. Cassius auftreten durften. FOTO: FROMMANN

Endlich eine eigene Bühne: Rapper Braco gehörte zu den ersten, die im Jugendzentrum St. Cassius auftreten durften.

BONN. Ganz fertig ist die Bühne im Jugendzentrum Sankt Cassius noch nicht. "Sie hat noch keinen PVC-Belag", sagte der pädagogische Mitarbeiter Jörg Preßer. "Der kommt in zwei bis drei Wochen."

Aber für das kleine Rap-Festival am Freitag reichten die miteinander verbundenen Holzpaletten allemal aus. In der Einrichtung der Heimstatt Bonn sorgten Braco, Samjoe, Snooze, Mascaline, Alex Ear und Peurcy mit ihrer Rap-Musik bei den gut 120 Gästen für richtig gute Stimmung.

Die Jugendlichen hätten sich ja prominentere Musiker gewünscht, so Preßer, aber deren Texte seien aus Sicht der Einrichtungsleitung teils bedenklich gewesen. Die Auftretenden seien zwar eher Hobby-Rapper, "aber die passen besser zu unserem pädagogischen Auftrag." Die Kinder, die regelmäßig zur Offenen Tür an der Kölnstraße kommen, hatten fleißig bei der Vorbereitung des Konzertes und dem Bau der Bühne mitgeholfen. So hätten sie die Plakatgestaltung komplett alleine übernommen, sagte Mitarbeiterin Barbara Kulczynski. "So sind die Jugendlichen nicht nur Konsumenten."

Die Idee einer mobilen Bühne, die nach Bedarf schnell auf- und abgebaut werden kann, hätte man schon früher gehabt, erzählte sie. Daraus sei aber nichts geworden. Für das jährliche Konzert "Beat in der OT" hätte aber immer eine Bühne geliehen werden müssen. "Da fragten wir uns: Warum sollten wir sie nicht selber bauen?" Einrichtungsleiterin Eva Lühl beantragte Fördermittel, die sie unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland und der Stadt Bonn erhielt. Unter professioneller Anleitung wurde die acht mal drei Meter große Bühne geplant und gebaut, auch eine professionelle Veranstaltungstechnik gehört dazu.

Die Bühne wird nicht nur für Konzerte genutzt: Für die Herbstferien kündigen die Mitarbeiter des Jugendzentrums ein Musical an, das die Jugendlichen mit einer Theaterpädagogin einstudieren. Das Thema soll Alltag in der Altstadt sein. Außerdem soll die Bühne in der Woche zum Beispiel für Workshops genutzt werden.