Geplante Bibliotheksschließung

Büchereivereine wehren sich

BONN. Die Mitglieder der Fördervereine der Endenicher und der Graurheindorfer Stadtteilbücherei wollen für den Erhalt der Zweigstellen kämpfen und kritisieren den Oberbürgermeister scharf.

Die Bibliotheken stehen mit zwei weiteren Zweigstellen in Dottendorf und Beuel auf der Sparliste von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) und sollen vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung geschlossen werden.

"Die Stadtteilbücherei gehört zur Bildungsbasis, darüber sind wir uns alle einig", sagte die Endenicher Vereinsvorsitzende Gabriele Hähner gestern nach einer Krisensitzung des Fördervereins im Alten Schützenhäuschen. 1200 Unterschriften hätten sie seit Bekanntwerden der Schließungspläne vor vier Wochen schon gesammelt. "Und wir werden noch fleißig weiter sammeln", kündigte Hähner an.

Scharfe Kritik übte sie an der Kulturverwaltung. "Wir hätten uns gewünscht, es hätte sich jemand von der Verwaltung mit uns an einen Tisch gesetzt, um gemeinsam Lösungen zu suchen." Auch fragten sich alle, wo denn das vielversprochene Bibliothekskonzept bleibe, nach dem ursprünglich ja keine Zweigstelle geschlossen werden sollte.

"Wir werden jetzt einen Bürgerantrag an den Stadtrat stellen und unsere Haltung auch auf der Stadtratssitzung am 13. November deutlich machen", sagte sie. Schließlich verzeichne die Endenicher Stadtteilbibliothek nicht nur hohe Ausleihzahlen, sondern sei auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Jung und Alt im Ort, sagte Hähner.

Ulrike Blumenreich, Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbücherei Rheindorf/Auerberg, hatte sich mit einem Antrag bereits an den Bürgerausschuss gewandt. "Eine Schließung spart kein Geld", sagte sie in der Sitzung. Denn es gebe den Mietvertrag für die Auerberger Mitte, wo die Bibliothek laut Ratsbeschluss hinziehen soll. Der sei nach ihren Informationen nicht auflösbar.

Blumenreich glaubt nicht, dass die Kinder und Jugendlichen, die derzeit allein die Bücherei besuchen, später zur Ausleihe ins Haus der Bildung in der City fahren. Vor allem aber wundert sie sich, dass die Filiale Tannenbusch aus sozialräumlichen Gründen erhalten bleiben soll. Dabei gebe es in Auerberg und Graurheindorf bald mehr Erwachsene und Kinder als in Tannenbusch. "Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger ist gleich."

Blumenreich übergab 1477 Unterschriften für den Büchereierhalt an die Politiker des Bürgerausschusses, der wegen der anstehenden Haushaltsberatungen keinen Beschluss fasste. Das Thema soll nun im Kulturausschuss behandelt werden.