Buschdorfer Verein

Böschdorfe Käels reden nicht nur, sondern packen mit an

Sieben von insgesamt 20 Böschdorfe Käels mit ihrem Erkennungszeichen, der grauen Kappe: (von links) Klaus Kraus, Dennis Hörner, Sigfried Bethke, Hermann Hermsen, Norbert Pusch, Rolf Eichenhorst und Helmut Emons.

BUSCHDORF. Für einen wilden Junggesellenverein sind sie zu alt, für einen reinen Rentnerclub zu jung: Die Böschdorfe Käels fühlen sich aber fit genug, um bei ihren Treffen im "Alt-Buschdorf" nicht nur zu lamentieren, was alles schlecht läuft, sondern tatkräftig mit anzupacken im Ort.

In den vier Jahren, seit es die muntere Männertruppe gibt, haben sie auf dem Dorfplatz-Kreisel die Feuerstelle fürs Martinsfeuer selbst gebaut, den Platz mit Pollern abgetrennt, die Maibaum-Halterung installiert und einen Infokasten errichtet. Außerdem machen die Männer mit, wenn die Stadt zu "Bonn picobello" aufruft und Müll gesammelt wird. Und nicht zu vergessen: Beim "Buschdorfer Advent" betreiben sie einen Stand mit Weihnachtsbier und Punsch.

Einen Chef oder Vorsitzenden hat die Truppe nicht, auch wenn Rolf Eichenhorst die Aufgabe übernommen hat, regelmäßig zu den alle vier bis sechs Wochen stattfindenden Treffen einzuladen. "Wir haben eine gesunde Mischung aus Buschdorfern, die in dem Ort helfen oder Patenschaften übernehmen wollen, ohne dass Regularien oder eine Satzung dagegen stehen", beschreibt Eichenhorst.

An diesem Abend wird allerdings mehr jeschwaad als angepackt, auch das gibt es. Die meisten sind schon im Ruhestand und stehen doch noch im Saft. "Wir sind fast alle handwerklich begabt und körperlich belastbar", sagt Klaus Kraus, der auch Vorsitzender des Ortsfestausschusses ist. Auch andere aus der Truppe haben über die "Käels" den Weg in das andere Gremium gefunden, insofern gleichen sich die Themen irgendwie. Derzeit wird heiß über die Dorflinde debattiert, an der junge Leute nachts immer wieder für Randale sorgen (der GA berichtete).

"Wir sind ein Verein, der kein Verein ist", sagen die Käels. "Es gibt keinen Zwang, und jeder kann kommen, wann er will und anpacken, wie er will." Nächste Idee der munteren Truppe: Sie würden gerne eine Boule-Bahn für die Buschdorfer auf dem alten Streetballplatz am Sportplatz bauen. Doch bis dahin steht noch das ein oder andere Gespräch mit der Stadt bevor.

Äußerlich erkennbar sind die Käels an ihren grauen Kappen mit dem Buschdorf-Emblem. Es gibt auch entsprechende T-Shirts. "Aber nur, weil wir uns ab und zu gemeinsam in die Öffentlichkeit wagen", witzelt Eichenhorst, um ernst hinzuzufügen: "Wir werden in Buschdorf durchaus wahrgenommen." Man fühle sich zu Arbeiten im Dorf berufen, für die sonst keiner zuständig ist. Dazu gehört zum Beispiel das Tischeschleppen beim Seniorentag.

Gebürtige Buschdorfer sind keine dabei, doch alle aus der Männerriege wohnen seit mindestens 20 Jahren im Ort. "Bei mir sind es schon 40 Jahre", sagt Helmut Emons, während Kraus ergänzt: "Meine Frau ist gebürtige Buschdorferin." Allen ist gemeinsam, dass sie sich pudelwohl fühlen hier im Norden der Stadt.

Ach ja, die Frauen. Sie sind bei den Treffen nicht dabei. Sorgen müssen sich sich deshalb nicht machen. In der Regel wird es abends nicht so spät, "ich bin erst einmal ausgerutscht", flüstert einer der Anwesenden. Dennoch sind die Frauen zumindest einmal im Jahr mit von der Partie. Dann wird gemeinsam im größeren Kreis eine Party gefeiert.

Wer jetzt glaubt, die Käels würden im Dorf alle Arbeiten übernehmen, ist schief gewickelt. "Wir helfen gerne, aber ohne ausgenutzt zu werden", sagt Kraus. Wenn also ein Verein kommt, der - sagen wir mal - 100 Mitglieder hat und etwas von den Käels will, lehnen sie ab. "Ein Verein in der Größe muss manche Sachen auch selbst hinkriegen."

Alle Käels auf einen Blick

Klaus Kraus, Dennis Hörner, Sigfried Bethke, Hermann Hermsen, Norbert Pusch, Rolf Eichenhorst, Helmut Emons, Michael Lennarz, Werner Ewald, Manfred Dühring, Detlef Wendt, Rudi Höft, Erwin Fischer, Frank Roeper, Christian Eich, Jürgen Baehr, Ingo Krentz,Lazaros Alexidis, Luigi Mormina und Hermann Schröder.