Neue Pläne für Freibad in Bonn

Bäderamt denkt über Wohnungen am Melbbad nach

Das Melbbad am 31.08.2015, einen Tag nach dem Ende der Badesaison.

Das Melbbad am 31.08.2015, einen Tag nach dem Ende der Badesaison.

Bonn. Die Stadt Bonn führt Gespräche mit Interessenten über die Errichtung von Wohnungen und einem Funktionsbau. Die Umkleiden des Melbbades sind sanierungsbedürftig.

Dass die Umkleidekabinen des Melbbads sanierungsbedürftig sind, ist soweit bekannt. Das Gesundheitsamt hatte provisorischen Reparaturen nur noch für die mittlerweile beendete Freibadsaison zugestimmt. Neu ist allerdings der Vorschlag der Stadtverwaltung für eine Modernisierung dieser Anlage: Aus einer dringlichen Beschlussvorlage geht hervor, dass das Bäderamt Gespräche mit Investoren in der Sommerpause geführt hat und nun Überlegungen anstellt, das Grundstück an der Trierer Straße völlig neu zu gestalten.

„Der Umkleidetrakt in der vorhandenen Größe ist für heutige Nutzeransprüche überdimensioniert. Das Grundstück entlang der Trierer Straße würde sich deshalb für eine Neugestaltung eignen, die sowohl einen neuen Umkleide-, Sanitär und Mitarbeiterbereich als auch eine mehrgeschossige Wohnbebauung vorsieht“, heißt es in der Vorlage.

Auf Nachfrage beim Presseamt war am Mittwoch nicht zu erfahren, ob der Verwaltung ein gemeinsamer Gebäudekomplex für Badbesucher im Erdgeschoss und Mieter in darüber liegenden Etagen vorschwebt oder zwei separate Liegenschaften.

Bäderamtsleiter Stefan Günther hatte in der Bezirksvertretung Bonn, die das Thema am Dienstagabend auf dem Tisch hatte, jedenfalls von „Kontakten mit Interessenten“ gesprochen, die Grundlage für weitere Gespräche sein könnten. Die Stadt will mit diesen Interessenten darüber verhandeln, ob sie einerseits den Bau von Schwesternwohnheimen oder Studentenwohnungen übernehmen und andererseits die notwendigen Badneubauten errichten würden.

Der Form halber sollten die Bezirksverordneten zustimmen, für die Sanierung 1,5 Millionen Euro in den Haushaltsentwurf für die Jahre 2019/20 einzustellen. Dem folgten die Kommunalpolitiker allerdings nicht, vor allem weil die Vorlage sie erst am vergangenen Freitag erreicht hatte.

Hartmut Lohmeyer (Grüne) sprach von einer „weitreichenden Entscheidung“, der die Grünen nicht ohne Weiteres zustimmen wollten, „auch wenn sich der Vorschlag gut anhört“. SPD-Bezirksvertreter Herbert Spoelgen signalisierte Zustimmung für den Verwaltungsvorschlag, der letztlich ohne Votum in den Sportausschuss am 12. September verschoben wurde.

Wie berichtet, versucht die Verwaltung derzeit, den Betrieb von Freibädern an Dritte (beispielsweise Fördervereine) abzutreten. Sollte das beim Melbbad nicht gelingen, so wäre die Ausgabe für die Modernisierung der Umkleiden an einen Weiterbetrieb in Eigenregie gekoppelt.