Ausbau auf drei Spuren

Autobahn 565 in Bonn wird ein Jahr lang zum Nadelöhr

Bonn. Der Standstreifen der Autobahn 565 in Richtung Siegburg/Köln wird zur dritten Fahrspur ausgebaut. Die Bauarbeiten dauern ein Jahr. Vom dreispurigen Ausbau ist auch die Ausfahrt nach Beuel und Niederkassel betroffen.

Das nächste Nadelöhr stellt die Geduld der Autofahrer in Bonn auf eine weitere Probe: Anfang Juli hat die Regionalniederlassung Ville-Eifel von Straßen NRW mit dem Ausbau einer dritten Fahrspur auf der Autobahn 565 begonnen.

Damit der Verkehr Richtung Siegburg/Köln in Zukunft zügiger läuft, wird zwischen der Anschlussstelle Bonn-Beuel und dem Autobahndreieck Bonn Nordost der bisherige Standstreifen auf einer Länge von knapp zwei Kilometern zur dritten Fahrspur ausgebaut. Dafür wird auf allen drei Fahrstreifen der Untergrund abgetragen und neu aufgebaut. Die Kosten betragen rund 7,5 Millionen Euro.

Bis der Verkehr allerdings wieder problemlos rollt, müssen sich bis Sommer 2019 vor allem Pendler in Richtung Siegburg und Köln morgens und abends in Geduld üben. Schon bei der Einrichtung der Baustelle am Montag vergangener Woche staute sich der Verkehr ab dem Bonner Verteilerkreis, und es ging teils nur im Schritttempo weiter. Das soll allerdings eine Ausnahme bleiben und nicht die Regel sein, versichert Straßen NRW.

Denn nur, weil ein besonders großer Bagger im Bereich der Mittellinie im Einsatz war, musste am vergangenen Donnerstag eine der beiden Fahrspuren für vier Stunden gesperrt werden. „Wir bemühen uns, solche Arbeiten immer außerhalb des Berufsverkehrs zu erledigen“, verspricht Projektleiterin Friederike Schaffrath. Während der gesamten Bauarbeiten stehen die beiden vorhandenen Spuren – allerdings beengt – zur Verfügung.

100.000 Fahrzeuge täglich

„Das ist eine der meist frequentierten Straßen in der Region“, weiß Hans-Werner Seul, Projektleiter bei Straßen NRW. Knapp 100.000 Fahrzeuge passieren täglich diesen Bereich. Daher sei ein dreispuriger Ausbau sinnvoll. Mit unvorhergesehenen Problemen während der Bauphase rechnet er nicht. „Wir bewegen uns ja in einer bestehenden Verkehrsführung. Da kann es eigentlich keine Überraschungen geben.“

Da es in Zukunft keinen Standstreifen mehr gibt, werden Nothaltebuchten errichtet. Vom dreispurigen Ausbau ist auch die Ausfahrt zur Landstraße nach Beuel und Niederkassel betroffen. Denn ihr bisheriger Verlauf würde der Erweiterung im Wege stehen. „Die Ausfahrt verlagern wir einfach etwas nach vorne“, erklärt Seul. Dafür werden die Straßenbauer zunächst eine Stützwand setzen und eine neue Streckenführung anlegen. Auch der Radweg, der in der Nähe der derzeitigen Abfahrt verläuft, ist von den Baumaßnahmen betroffen. „Den werden wir einfach etwas verlegen. Das ist kein Problem“, versichert Seul.

Nur sonntags wird nicht gearbeitet

Insgesamt werden sich die Arbeiten ein Jahr lang hinziehen. „Wir gehen von einer besonders kurzen Bauzeit aus“, gibt sich Seul zuversichtlich. Damit ab nächsten Sommer alles fertig ist, werden die Straßenbauer sechs Tage in der Woche arbeiten. „Nur sonntags nicht“, fügt der Projektleiter hinzu. Auf der Gegenfahrbahn sind die entsprechenden Arbeiten bereits vor einigen Jahren erledigt worden.

Um die Staugefahr so gering wie möglich zu halten, appelliert Seul an die Autofahrer, sich an die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten und nicht zu überholen. „Sollten sich aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit vermehrt Unfälle ereignen, dann könnte es passieren, dass eine der verengten Fahrspuren komplett gesperrt werden muss. Dann steht der Verkehr garantiert.“ Versetztes Fahren sowie das Einhalten der geltenden Beschränkungen, was Tempo und Fahrzeugbreite in den Engstellen angehe, tragen zur Minimierung des Staurisikos bei.

Um möglichst ohne lange Wartezeiten voranzukommen, empfiehlt Straßen NRW Autofahrern, auf www.verkehr.nrw.de die aktuellen Verkehrsnachrichten abzurufen.