Motive von Manar Bila

Ausstellung in Bonn zum Flüchtlingsalltag

Den Alltag im Flüchtlingslager „Zaatari Camp“ in Jordanien spiegeln die Bilder von Manar Bilal wider, die noch bis Ende März in Haus Migrapolis zu sehen sind.

Den Alltag im Flüchtlingslager „Zaatari Camp“ in Jordanien spiegeln die Bilder von Manar Bilal wider, die noch bis Ende März in Haus Migrapolis zu sehen sind.

Bonn. Fotos aus einem Krisengebiet der Welt zeigt derzeit das Haus der Vielfalt in seiner Ausstellung „…doch sie lachen trotzdem“. Die Bilder geben einen Einblick in die Lebens- und Gefühlswelt von syrischen Flüchtlingskindern im „Zaatari Camp“ in Jordanien.

Die Motive stammen vom syrischen Fotografen Manar Bilal, der derzeit in Frankreich lebt und sich seit 2012 in Flüchtlingslagern engagiert.

Trotz der Umstände und der Erlebnisse hat Bilal viele unbeschwerte Momente der Kinder während des Spielens eingefangen, beispielsweise, wenn sie an den Maschendrahtzäunen hochklettern oder über Pfützen springen. Es werden aber auch die nachdenklichen und stillen Momente gezeigt, gepaart mit der entbehrungsreichen und kargen Zeltstadt. Die Ausstellung wurde von Lara Skeiker, einer vor zwei Jahren nach Deutschland eingewanderten Syrerin, initiiert. Sie übernahm die Projektleitung für die Ausstellung, die von der Initiative „Licht im Dunkel“ getragen wird.

Sowohl dieser Verein als auch das Migrapolis werden vom Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) gefördert. Der Projektleiter vom House of Resources des BIM, Philip Gondecki, sagte über die Ausstellung: „Wir wollen den Krieg in Syrien am Beispiel von Kindern in Erinnerung rufen. Der Krieg dauert schon so lange an, und wir wollen die Menschen bezüglich der Situation sensibilisieren.“

Das Migrapolis-Haus der Vielfalt setze sich für eine integrative und inklusive Gesellschaft ein, so Gondecki weiter. Neben den Einzelaufnahmen sind auch Portraits von Kindern zu sehen. Trotz der traumatischen Erlebnisse, die die Kinder im Kriegsgebiet und auf ihrer Flucht erfahren haben, konnte man in viele lächelnde, hoffnungsvolle und auch kämpferische Gesichter blicken. Einige Fotos fingen aber auch Schüchternheit, Nachdenklichkeit, Skepsis und Angst ein. Lara Skeiker ist mit dem Fotografen Bilal befreundet und möchte durch seine Bilder auf die Situation der syrischen Flüchtlingskinder in der Türkei, im Libanon und in Jordanien aufmerksam machen.

„Über 50 Prozent der Kinder erhalten seit sieben Jahren keine Bildung mehr“, sagte Skeiker in ihrem Vortrag, bei dem sie auch die sehr hohen Zahlen der in die genannten Länder geflüchteten Syrer nannte. Dagegen müsse man etwas tun, da die Kinder die Zukunft ihres Landes seien, so Skeiker. Der Verein FAOSE (Free Association of Syrian Expats), der den Menschen vor Ort und in Deutschland hilft, ist der Kooperationspartner der Ausstellung. Bei der Eröffnung wurde neben dem Vortrag über die Situation der syrischen Flüchtlinge auch Musik aus verschiedenen Ländern von der Gruppe „KültürKlüngelKapelle“ dargeboten.

Die Fotos sind bis Ende März im Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, zu sehen. Jeweils dienstags am 20. und 27. Februar sowie am 6., 20. und 27. März gibt es von 18 bis 21 Uhr Vorträge, Filmvorführungen und Diskussionsrunden zur Ausstellung.