Umsonst & Draußen-Festival

Aus R(h)einkultur wird Rockaue

Bonn. Am 11. Juli 2015 könnte in der Rheinaue wieder das erste Musikfestival seit dem Aus der R(h)einkultur stattfinden. "Wir haben jedenfalls den zweiten Samstag im Juli dafür geblockt", sagte Jürgen Harder, Geschäftsführer der BonnMusik im Beueler Brückenforum und Veranstalter unter anderem von Rhein in Flammen.

R(h)einkultur darf das Pop- und Rockereignis nicht heißen - der Name ist geschützt - aber das Konzept soll stark daran angelehnt sein: Umsonst und draußen.

Harder hat sich dafür mit Julian Reininger (Green Juice) sowie mit Sandro Heinemann und Jan Hoffmann (RheinEvents) zusammengetan. Er selbst will sich vor allem um Finanzen und Marketing kümmern und auf einer Bühne Nachwuchsbands vorstellen, Heinemann, der mit seiner Veranstaltungsagentur unter anderem seit drei Jahren für ein Bühnenprogramm bei Rhein in Flammen sorgt und vergangenen Freitag das Panama Open Air organisierte, hat den Schwerpunkt Elektronische Musik und Deep House. Reininger soll das Programm für die Rock- und Popbühne zusammenstellen.

Abgesprochen sei der Termin bereits mit Dirk Dötsch. Der Pächter des Parkrestaurants Rheinaue darf unter anderem jährlich drei maximal jeweils dreitägige Veranstaltungen auf dem Gelände der Rheinaue durchführen. Als einen der leitenden künstlerischen Köpfe hat das Trio außerdem Maria Hülsmann mit ins Boot genommen, die viele Jahre unter anderem den Nachwuchswettbewerb PopMotor durchgeführt hat.

"Das alles muss noch mit der Stadt abgestimmt werden, und wir wollen auch sehen, ob wir noch mit den für die R(h)einkultur zurückgestellten Haushaltsmitteln finanziell unterstützt werden können", sagte Harder. Einige seiner Sponsoren, unter anderem die Sion-Brauerei, hätten bereits signalisiert, sich zu engagieren.

Harder: "Dennoch geht es jetzt erst einmal darum, Geld zu sammeln, Sponsoren und Unterstützer für unsere Sache zu gewinnen. Wir sind einfach der Ansicht, dass solch ein Musikfestival, das jetzt unter dem Arbeitstitel »Rockaue« läuft, ein Markenzeichen für Bonn ist." Und Harder betont: "Mit der früheren R(h)einkultur hat das alles nichts zu tun - weder personell noch ideell." Lediglich das Grundprinzip gelte: Live-Musik für junge Leute in der Rheinaue anzubieten, und zwar ohne Eintritt.

"Ich wünsche den Kollegen alles Gute", sagte der langjährige Geschäftsführer der R(h)einkultur, Holger Jan Schmidt, der die Idee für ein neues Musikfestival in Bonn grundsätzlich begrüßt. "Ich hoffe, dass es ein Erfolg wird." "Wir haben jetzt das zweite Mal ein Bühnenprogramm für Rhein in Flammen organisiert, und das ist so super gelaufen, dass wir uns vorgenommen haben, solch ein Festival für nächstes Jahr anzugehen", so Julian Reininger.

Sandro Heinemann, 19, und Jan Hoffmann, 20, sind schon seit vier Jahren in Sachen Elektronischer Musik unterwegs und sind in der Discoszene der Region gut bekannt. "Mit unserem Angebot, mit dem wir bei Rhein in Flammen jetzt zum vierten Mal dabei waren, haben wir stetig wachsende Zuschauerzahlen", so Hoffmann, der, so wie sein Partner, Betriebswirtschaftslehre studiert.

Das Besucherverhalten habe sich sicher in den vergangenen Jahren gewandelt, so Hoffmann: "Die elektronische Musik ist mittlerweile ja auf allen Rockfestivals vertreten."