Nach Auszug der Hausbesetzer

Aufräumarbeiten im Bonner Viktoriakarree haben begonnen

Mitarbeiter der Rhein-Ruhr-Gebäudereinigung entfernen die Graffiti an der Rathausgasse.

Mitarbeiter der Rhein-Ruhr-Gebäudereinigung entfernen die Graffiti an der Rathausgasse.

Bonn. Im Quartier zwischen Altem Rathaus Bonn und der Universität wird jetzt sauber gemacht. Die Bürgerwerkstatt beginnt am Samstag.

Die Hausbesetzer sind raus, jetzt soll im Viktoriakarree geputzt und aufgeräumt werden, teilte die Signa Holding mit. Das Unternehmen des österreichischen Karstadt-Investors René Benko ist Eigentümerin eines Großteils der Gebäude im Karree und lässt im ersten Schritt seit Donnerstag die Graffiti an den Fassaden und Fenstern der Häuser entlang der Rathausgasse entfernen.

Ein mühsames Geschäft. Die Reinigungsaktion wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis ein Erfolg sichtbar sein wird. Ziel von Signa ist es, die leer stehenden Ladenlokale bis zu einer Entscheidung, wie es im Viktoriakarre weitergeht, wieder befristet zu vermieten, sagte Signa-Sprecher Robert Leingruber am Donnerstag im Gespräch mit dem GA. Wann das genau sein wird, wollte er allerdings nicht konkret sagen. „Erst einmal müssen wir die Räume wieder herrichten, damit sie überhaupt nutzbar sind. Wir haben mehrere Anfragen aus unterschiedlichen Branchen und wollen möglichst zeitnah befristet weitervermieten“, sagte er, ohne näher ins Detail gehen zu wollen.

Wie berichtet, hatte die Polizei Ende Januar mit einem Vertreter von Signa die seit Mai 2016 im Haus Rathausgasse 6 von Mitgliedern des „Libertären Zentrum“ besetzten Räume im ersten Obergeschoss aufgesucht und dort zwei Personen angetroffen. Gegen beide laufen nun Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs. Signa hatte anschließend die Räume gesichert, um eine erneute Hausbesetzung zu verhindern. Kurz vor dem Polizeieinsatz hatten Geschäftsleute sich bei der Stadt beklagt, die Holding lasse das Viertel verkommen, anstatt wie zugesagt, die leeren Ladenlokale zumindest befristet zu vermieten. Daraufhin teilte Signa mit, es gebe neun offene Strafverfahren wegen Einbruchs, Stromdiebstahls und Hausfriedensbruchs und die Staatsanwaltschaft und Polizei seien am Zuge.

Ursprünglich wollte Signa im Viktoriakarree ein Einkaufszentrum und eine Bibliothek für die Universität errichten. Die Pläne scheiterten im November 2015 an einem Bürgerbegehren, das die Initiative „Viva Viktoria“ angestrengt hatte. Signa hatte daraufhin sämtliche Mietverträge in ihren eigenen Gebäuden auslaufen lassen. Seither herrscht im Gros des Karrees Leerstand.

Die Bürgerwerkstatt, die sich mit der Zukunft des Viktoriakarrees befassen soll, startet diesen Samstag. Die Auftaktveranstaltung beginnt um 13 Uhr im Alten Rathaus.